Eigentlich müßten die Gesellschafter des Kölner Privatsenders RTLplus in bester Harmonie miteinander leben. Die Kölner schreiben bereits schwarze Zahlen, die Werbeeinnahmen steigen weiter, und Konkurrent Sat ist deutlich auf Rang zwei zurückgefallen in der Zuschauergunst. Dennoch droht Krach zwischen der Compagnie Luxembourgeoise de Télédiffusion (CLT) und der Westdeutschen Zeitung (WAZ) auf der einen und der Bertelsmann-Tocher Ufa auf der anderen Seite.

CLT und WAZ sind verärgert darüber, daß die Ufa mit anderen Medienfirmen vom kommenden Jahr an einen weiteren privaten Fernsehsender betreiben will. Dieses Programm wird über Satellit und Hausantenne zu empfangen sein. Den Schwerpunkt sollen, darauf lassen die bisher noch recht vagen Absichtserklärungen immerhin schließen, Informationssendungen bilden.

Laut RTL-Gesellschafter-Vertrag bedarf ein solches Engagement eines Anteilseigners bei einem anderen Fernsehsender der Zustimmung der übrigen Gesellschafter. Die hat aber weder die CLT noch die WAZ gegeben. Sowohl in Luxemburg als auch in Essen wird nun überlegt, gegen die Ufa-Beteiligung am sogenannten Westschienenkanal zu klagen.

Der Unmut ist verständlich. Jedes zusätzliche Privatprogramm ist ein potentieller RTLplus-Konkurrent – auch wenn es ein Informations- und kein Unterhaltungssender ist. Denn der Werbekuchen ist, auch wenn er größer wird, nicht unendlich. Und auch die Zuschauer haben nur ein begrenztes Zeitbudget, das sie unter immer mehr Sendern aufteilen. Ufa-Geschäftsführer Bernd Schiphorst versteht gleichwohl die Aufregung nicht. "Wir werden ein so deutlich komplementäres Programm machen, daß es keine Konkurrenz für RTL wird." RTLplus-Programmdirektor Helmut Thoma sieht das ganz anders. Thoma: "Viele Hunde sind auch des tüchtigsten Hasen Tod."

Bisher hat sich die Bitburger Brauerei strikt dagegen gewehrt, ihr Pils auch in schnöden Metalldosen anzubieten – "aus Prestigegründen", wie Geschäftsführer Michael Dietzsch freimütig gesteht. Darüber freuten sich nicht nur Bierkenner, sondern auch Umweltschützer. Denn 97 Prozent des Bitburger Gerstensaftes – Faßbier ausgenommen – fanden bisher in Mehrwegflaschen den Weg zum Kunden.

Seit September sehen sich die Bitburger freilich gezwungen, ihrem Credo untreu zu werden und ihr Gebräu auch in Dosen abzufüllen. Der Grund dafür ist nicht nur der Kostenvorteil, der beim Transport der leichten Dose im stark expandierenden Exportgeschäft entsteht. Vor allem in den neuen Bundesländern und in Norddeutschland stellten die Bitburger Brauer auch einen Verbrauchertrend zur Dose fest. Nicht zuletzt aber stärkt nach ihren Erkenntnissen auch das durch die Verpackungsverordnung vom Umweltminister Klaus Töpfer ermöglichte duale Abfallsystem den Drang zur Dose. Den grünen Punkt, der die Umweltverträglichkeit der Verpackung signalisieren soll, dürfen nämlich nur Einwegverpackungen tragen. Darin sieht Dietzsch eine "Diskreditierung des Mehrwegsystems" und eine "Irreführung des Verbrauchers".

Trotz ihrer Entscheidung für die Dose wollen die Bitburger in Zukunft nicht zur Dosenbrauerei degenerieren. Ihr Schutz: Bit in den von Umweltschützern attackierten Metallhüllen soll viel teurer verkauft werden als in der herkömmlichen Mehrwegflasche – der halbe Liter für etwa 1,70 statt 1,20 Mark.