Die schlechte Nachricht vom Bundeskartellamt ist für Wolfgang Deml eine durchaus frohe Botschaft: Der neue Vorstandsvorsitzende des bayerischen Landhandelsriesen Baywa AG kann sich nun darauf einstellen, daß die geplante Übernahme der Stuttgarter WLZ-Raiffeisen AG durch die Baywa den Segen des Bundeskartellamtes bekommt. Zwar ist die Fusion offiziell noch nicht genehmigt. Doch die Berliner Wettbewerbshüter, die ursprünglich Anfang August ihr Urteil über diesen Zusammenschluß bekanntgeben wollten, sind mit ihrer Arbeit nicht fertig geworden und haben die Münchner Baywa nun schon zum zweiten Mal um die Verlängerung der Prüfungsfrist gebeten.

Daß die Berliner um Aufschub bis Ende des Jahres ersucht haben, deutet darauf hin, daß sie diese Übernahme genehmigen werden. Noch im Frühjahr hatten die Kartellwächter allerdings durchblicken lassen, sie würden das Zusammengehen dieser beiden zur Raiffeisenorganisation gehörenden Landhandelsgesellschaften, die es gemeinsam auf einen Umsatz von sieben Milliarden Mark und über 13 000 Beschäftigte brächten, mit hoher Wahrscheinlichkeit untersagen. Jetzt ist zu erwarten, daß das Kartellamt der Baywa, die in einzelnen Bereichen auf einen Marktanteil von sechzig Prozent kommt, die Genehmigung zur Übernahme der Stuttgarter Schwesterorganisation mit der Auflage erteilt, daß sie sich von anderen Unternehmensteilen trennt. Fritz Vorholz