In mehreren europäischen Ländern wird es im September beziehungsweise im November einen "Tag der offenen Tür" geben, an dem Neugierige unter anderem Gebäude besichtigen können, die normalerweise nicht zugänglich sind.

Neun Nationen sind in diesem Jahr mit von der Partie, wenn es gilt, auf das reiche "kulturelle Erbe" aufmerksam zu machen und damit gleichzeitig auf die Arbeit hinzuweisen, die zum Erhalt wertvoller historischer Bauwerke unternommen wird. Zur Koordinierung des Tages der offenen Tür beschäftigt jedes Land seine eigene Organisation. Anregungen, wie dieser Tag gestaltet werden könnte, gibt die in Amsterdam ansässige Stiftung European Heritage Days, die auf Initiative des Europarates gegründet wurde und unter anderem von der Europäischen Gemeinschaft finanziell unterstützt wird.

Das "kulturelle Erbe Europas" soll aber nicht nur durch Besichtigungen (die zum größten Teil gratis sind) interessant gemacht werden, sondern auch durch Vorträge, Stadtführungen und diverse kulturelle Veranstaltungen. Wie schon in diesem Jahr teilweise durchgeführt (in den Niederlanden und in Lothringen beispielsweise), werden sich die Aktivitäten zukünftig mehr und mehr auch über die Landesgrenzen erstrecken – besonders auch im Hinblick auf ein vereintes Europa nach 1992.

Während in Hessen und in Niedersachsen der Tag der offenen Tür bereits am 1. September lief, werden in Irland am 8. September Tür und Tor zu Bauten offenstehen, die ansonsten dem Publikum nicht zugänglich sind. Außerdem werden in über zehn Städten geführte Besichtigungen geplant. Auskunft: Office of Public Works, 51, Saint Stephen’s Green, Dublin 2/Irland.

Im vergangenen Jahr veranstaltete Schottland erstmals einen "Tag des Kulturerbes". Am 14. September 1991 wird man sich 185 Gebäude in zehn Städten ansehen können. Auskunft: The Scottish Civic Trust, 24, George Square, Glasgow G2 lEF/Großbritannien.

In den Niederlanden dagegen hat der Tag der offenen Tür mittlerweile schon Tradition: Nach nunmehr fünf Jahren werden am 14. September mehr als 4000 Monumente zur Besichtigung offenstehen: Windmühlen, Schlösser und sogar alte Schiffe. Auskunft: Stichting Open Monumentendag, Sint Antoniesbreestraat 69, NL-1011 HB Amsterdam.

An die 10 000 Gebäude sollen in Frankreich am Tag der offenen Tür am 15. September zu besichtigen sein. Paris-Besucher haben dann Gelegenheit, unter anderem hinter die Kulissen der alten Oper zu schauen oder im Palais Bourbon den Sitz der Nationalversammlung zu besichtigen. Auskunft: Caisse Nationale des Monuments Historiques et des Sites, 62, Rue St. Antoine, F-75004 Paris Cedex 04.