Vielleicht sollte man einen Oscar vergeben: Wer behandelt Ossis am schäbigsten? Ganz sicher würde Heide Simonis (SPD), Finanzministerin in Schleswig-Holstein, nominiert – stellvertretend für die Mehrheit ihrer Kollegen in den anderen Bundesländern. Anfang der Woche hat sie es als Vorsitzende der Tarifgemeinschaft Deutscher Länder abgelehnt, die Berufsjahre bei ostdeutschen Krankenschwestern und Pflegern anzuerkennen; in den landeseigenen Hospitälern werden östlich der Elbe weiterhin alle wie Anfänger eingruppiert, egal, wie viele Arbeitsjahre sie hinter sich haben.

Dieser Geiz wird täglich bestraft. Ständig wandern Pfleger in die alten Bundesländer ab, wo sie das Doppelte verdienen können. Westliche Krankenhäuser, vom Pflegenotstand geplagt, bieten sogar Kopfprämien. Zurück bleiben Patienten, die um ihre Versorgung bangen.

Heide Simonis indes kehrt den gestrengen Kassenwart heraus. Als Begründung fällt ihr ein, daß das DDR-Gesundheitswesen mit der Stasi verflochten gewesen sei. Auch wenn es so war, ist dies kein Grund, alle Pfleger und Krankenschwestern mit miesen Gehältern zu bestrafen. dk