Der Skandal um die Bank of Credit and Commerce (BCCI), die Milliardenbeträge verschwinden ließ und in den Drogen- und Waffenhandel verstrickt war, hat den Ruf nach einer effizienteren Kontrolle international tätiger Institute verstärkt. Anfang dieser Woche beschäftigte sich die Jahrestagung des Ausschusses für Bankenaufsicht der in Basel ansässigen Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit der Frage, welche Konsequenzen aus dem BCCI-Drama zu ziehen sind.

Die "Bank der Zentralbanken" hat bereits in der Vergangenheit versucht, mehr Sicherheit und Stabilität in das internationale Bankensystem zu bringen. Das Basler Konkordat von 1975, zuletzt überarbeitet im April 1990, enthält Regeln für die Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden.

Es handelt sich hier aber nur um Empfehlungen, da die Aufsicht dem nationalen Recht unterliegt. Dies führt zu Schwachstellen: Manche Länder verbieten beispielsweise, Informationen über Kreditnehmer von Banken-Zweigniederlassungen an ausländische Behörden weiterzugeben, selbst wenn sie für die Beaufsichtigung eines international tätigen Instituts unverzichtbar sind. Notwendig ist vor allem, ungeteilte Zuständigkeiten für die Kontrolle weltweit tätiger Banken zu schaffen. Diese müssen veranlaßt werden, eine verbindliche "Heimatadresse" zu benennen – die im Falle BCCI fehlte. Schließlich müssen die Prüfungskriterien aller Aufsichtsbehörden auf einen vergleichbaren Standard gehoben werden. Ohne Einschränkung einer falsch verstandenen Souveränität wird es keine effizientere Kontrolle geben. th