Eine Pflegeversicherung verlagert die Kosten. Verbessert sie auch das Los alter Menschen?

Von Dirk Kurbjuweit

Deutschland vergreist. Familien, Krankenkassen und Kommunen stöhnen unter der Last der Alten. Wer Pflege braucht, wird leicht zum Sozialfall.

Geht es eigentlich nur ums Geld? In Bonn tobt der Streit um die Pflegeversicherung. Umstritten ist die Finanzierung. Von den Leistungen einer Pflegeversicherung wird nicht geredet. Interessiert das niemanden?

Alte werden schlecht behandelt. Auf dem Abstellgleis der Gesellschaft herrschen traurige Zustände: keine Aufgaben, schlechte Versorgung, niedrige Renten. Jugend zählt. Dabei wird das Altersproblem immer drängender.

Deutschland vergreist. 1910 waren fünf von hundert Bürgern 65 Jahre und älter. 1988 waren es fünfzehn. Im Jahre 2040 werden 29 von hundert Deutschen im Rentenalter sein.

Derzeit leben in der Bundesrepublik rund 12 Millionen Menschen über 64 Jahre, sie stellen dreizehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Die meisten Senioren sind einigermaßen bei Gesundheit. Aber mindestens 1,65 Millionen Deutsche brauchen Pflege; drei Viertel von ihnen zählen zur Gruppe der Alten. Rund 450 000 Pflegebedürftige leben in Heimen. Die anderen werden von Angehörigen zu Hause versorgt.