Kaum drin, donnern wir mit den Zehen an ein beinhartes Hindernis. Verflixt, wir haben die Bettenburg noch nicht vollends geschleift. Wieder raus und ran mit aller Gewalt an das letzte harte Stück. Ein Rundgang um die Schlafstatt bringt die Gewißheit: Decke, Übertuch und Bettlaken liegen endlich frei. Nichts kann uns mehr einengen. Erschöpft taumeln wir ins Bett zurück. Schlafen, träumen.

Kaum eingenickt, werden wir wach, weil es gar nicht mehr bettkuschelig warm ist. Wir rappeln uns hoch und haben zu kämpfen wie einst Laokoon mit der Schlange. Heillos zerpflügt ist das Bett, das Laken hoch-, die Decke runtergerutscht, das Tuch um uns gewickelt. Mühsam versuchen wir uns wieder eine Schlafstätte zu richten und kriechen zurück zu den Kissen. Die Angst vor neuem Durcheinander raubt uns den Tiefschlaf.

Am nächsten Morgen gleicht das Bett mehr einer Wal- denn einer Lagerstatt. Uns ist die ganze Sache peinlich, und wir beschließen, dem Zimmermädchen gleich einmal ein dickes Trinkgeld im voraus zu geben. Denn eins ist sicher wie das Amen in der Kirche: Urlaubstag für Urlaubstag wird die Bettenfestung wieder betoniert. Da hilft auch kein Betteln.

Monika Putschögl