Um allen über mich kursierenden Gerüchten die Spitze zu brechen, versichere ich hiermit an Eides Statt, daß ich einen Mann namens Schalck-Golodkowski nie persönlich gekannt, diesen Namen erst aus den Medien erfahren habe und ihn bis heute nicht mal richtig aussprechen kann.

Unwahr ist schon mal, daß ich der lange unentdeckte "Maulwurf" war, den Schalck in die Führung des ... (noch streng geheim) plaziert hatte, um dort brisante Interna auszukundschaften.

Ebenso unwahr ist, daß ich von ihm als Doppel- beziehungsweise Tripelspion eingesetzt wurde, denn aus Zeitgründen wäre ich nicht einmal den Aufgaben eines normalen Spions gewachsen.

Unwahr ist ferner, daß ausgerechnet ich, als eingefleischter Vegetarier, in die Rindfleisch-Transaktionen der Herren März, Strauß und Schalck verwickelt war und erst ausgestiegen bin, als ich den Braten gerochen habe.

Ebenso unwahr ist, daß ich bei einem streng geheimen Raststättentreff (Nürnberg-Feucht) im März 1984 Mäuschen gespielt haben soll, als Strauß gerade wieder ein Staatsgeheimnis – "Der Kohl is a Depp" – dem Schalck ins Ohr raunte und anschließend von ihm über den Tisch gezogen wurde.

Unwahr ist, daß der BND nicht nur Schalcks, sondern auch meine Betreuung übernahm – meine Betreuung liegt immer noch in den bewährten Händen der Frau Wanninger.

Unwahr ist übrigens auch, daß ich die 3,2 Millionen auf meinem Schweizer Nummernkonto von Schalck-Golodkowski über die Firma Koko als Schweige- und Schmiergeld bekommen habe. Wahr ist vielmehr, daß es sich bei diesem Geld um meine redlich verdienten Ersparnisse als Kolumnist dieser Zeitung handelt.