Milliarden fließen in Forschung und Entwicklung. Doch das Auto der Zukunft läßt auf sich warten.

Von Kuno Kruse

Das Auto der Zukunft ist mehr als ein Fortbewegungsmittel. Es ist ein rollendes Refugium, ein Hort des Wohlbefindens zwischen Wurzelholz und Leder. Antiblockier- und Dämpfungssysteme halten dem Fahrer auch bei 250 Stundenkilometern die Straße vom Leibe, ein Tempostat sorgt für gleichmäßig entspanntes Dahingleiten. Servolenkung und Peilstäbe machen das Einparken zum Kinderspiel.

Das Auto der Zukunft zeigt Respekt vor der Natur. Rückführsysteme saugen einen Teil der Abgase wieder in den Motor ein, Asbest in den Bremsbelägen und FCKW in der Klimaanlage gehören der Vergangenheit an. Die verwendeten Kunststoffe werden wiederverwertet, die Lacke lassen sich in Wasser lösen.

Wie von unsichtbarer Hand gezogen, schließen sich – elektro-pneumatisch und lautlos – die schweren Türschotten. Das Auto wird so zum Schutzraum vor verschmutzter Luft, Lärm, Temperaturschwankungen, vor allen Erschütterungen des Lebens und der Fahrbahndecke. Allergiker können aufatmen: Elektret-Faservlies macht dem Pollenflug im Kühler ein Ende, Aktivkohle filtert Gerüche und gefährliches Ozon aus der Außenluft. Die Klimaanlage verbannt die sommerliche Sonnenglut aus dem Wageninneren, beheizte Sitze sorgen im Winter für Behaglichkeit. Kleine Elektromotoren schmiegen sie paßgenau einer bequemen Körperhaltung an. Vakuumversiegelte Doppelglasscheiben garantieren den ungestörten Genuß klassischer Musik. Ärgerliches Radfahrerklingeln dringt nur noch gedämpft ins Innere.

Und wenn es einmal kracht? Alles halb so schlimm. Knautschzonen, Gurtstraffer und Airbag machen die Insassen fast unsterblich.

Das Auto der Zukunft läuft seit Beginn der Jahres vom Band. Auf einem silbernen Trittbrett blitzt in stolzen Lettern der Name Mercedes-Benz. Wieder ist ein Stern aufgegangen. Die neue S-Klasse ist da.