Stop-and-go, Stau, Gestank, Gift und Tote, soll es im Treibhaus Erde immer so weitergehen? Nein. In Kalifornien, dessen strikte Abgasgesetzgebung bereits, gegen den ausdauernden Widerstand der Automobillobby, der Welt den Katalysator bescherte, heben Politiker jetzt die Kelle. In dem smoggeplagten Bundesstaat des amerikanischen Südwestens sollen ab 1998 zwei Prozent der Flotte jedes Autoherstellers emissionsfrei laufen, im Jahr 2003 dann zehn Prozent. So will es ein neues Gesetz. In Japan wird an Ähnliches gedacht.

Was das bedeutet, sagt VW-Vorstand Daniel Goeudevert, seherisches Enfant terrible der eigenen Branche, gegenüber der Zeitschrift Auto Motor Sport: "das Ende des Ottomotors in den Ballungszentren". Für Goeudevert auch ein "Abschied von den Autos, die ich seit meiner Kindheit kenne".

Mit dem Stromer in die Stadt

Ein Auto der alten Zeit versucht, sich aus der Parklücke zu bugsieren, spuckt halbverbranntes, stinkendes Benzingemisch aus dem kalten Auspuffrohr. Zwei Handbreit rückt der Wagen vor. Das Getriebe knirscht. Jetzt geht’s wieder zwanzig Zentimeter zurück. Eine schmale Person hängt sechzig Kilogramm Lebendgewicht ins Lenkrad. Schwer nur drehen die breiten Reifen auf dem rauhen Asphalt. Vor und zurück, und das Ganze noch dreimal. Dann heult der Motor mächtig auf, und mit der Kraft von neunzig Pferden jagt der Wagen davon. Zurück bleibt ein bläulich giftiger Nebelschwaden, der sich über die Tische des Gartenlokals legt.

"Mit dem, was da an Energie verbraucht wurde, fahren wir mit dem Elektromobil bis Basel", sagt Max Horlacher, weißschöpfige Vaterfigur der Schweizer Solarmobilszene. Die Wette gilt!

Wir sind in Möhlin, einer Ortschaft zwanzig Kilometer vor Basel. Vor dem Lokal parkt Horlachers Vision vom Zukunftsauto: der City. Ein Zweisitzer, 400 Kilogramm schwer und zwei Meter kurz. Und unter der Heckklappe ist noch Laderaum für zwei Kisten Bier. Er könnte auf einem Gullideckel wenden. Eine summende Kunststoffhummel auf vier Rädern, mit Schiebetüren, die geöffnet wie angelegte Flügel wirken, und einer 254 Kilogramm schweren Bleibatterie, die im Fahrzeugboden eingelassen ist. "Sechs Jahre haben wir es ausgetragen, dieses kleine Riesentier", jubiliert der Schöpfer des kauzigen Kunststoffgefährts, "aber 1991 ist endlich das Geburtsjahr des Elektromobils."

Zündung? Gibt es nicht. Irritierende Stille. "Doch", versichert der Meister, "das Auto ist an." Den Fuß auf das Strompedal gesetzt, und er schießt los. Von null auf fünfzig, kein Problem, man spürt Beschleunigung und Tempo, hört nur Fahrgeräusche und das Summen des Motors. Die Laufruhe eines Zwölfzylinders bringt die Stromspule allemal. Eine Gangschaltung oder ein Automatikgetriebe braucht er nicht. Beim Bremsen geht die Energie zurück in die Batterie.