Auch die Japaner sind mit von der Partie. Nissan entwickelte für sein FEV (Future Electric Vehicle) gleich ein neuartiges Batterie-Schnelladesystem mit. Bei Tempo 50 kommt der kleine Japaner damit 200 Kilometer weit. 130 Spitze soll er machen. In Frankreich führt Peugeot die Elektroflotte an. "Wir werden weltweit als Nummer eins in die industrielle Serienfertigung einsteigen", posaunt Elektroauto-Chef Claude Peyriere, "und den Teufelskreis kleiner Produktionsserien durchbrechen." 1995 will Peugeot schon 50 000 Elektromobile vom Band laufen lassen. Bis zur letzten Sekunde hat auch BMW vor der Internationalen Automobil Ausstellung an seinem Elektromobil-Entwurf El gefeilt.

Futuristisches mit Tradition

Als "atemberaubend alternativ" stellt BMW seinen 45-PS-Elektromini mit Klimaanlage, Telephon und Audio-System vor, kurz wie ein Fiat Panda und schneller als ein Puma: 120 Stundenkilometer. 250 Kilometer lang versorgt ihn eine Natrium-Schwefel-Batterie mit ausreichend Energie. Schon jetzt neiden andere Autofabrikanten Deutschlands erster Adresse für spritzige Linksspurlimousinen diesen Werbegag.

Ganz anders dagegen Max Horlacher: "BMW hat kundgetan, daß sie es kapiert haben." Diebisch freut er sich über die erwachte Konkurrenz aus der großen Automobilindustrie: "Die Leute werden zum Elektroauto pilgern, und BMW wird sich vor Bestellungen nicht retten können." Aber eines weiß er auch: "Ich glaub’ mehr an die BMW-Leute als sie selbst."

Das ist nicht schwer. Wenn auch dreißig Leute auf Hochtouren am BMW-Elektromobil werkeln, glaubt werkintern kaum jemand so recht daran, daß dieser eilig der Öffentlichkeit präsentierte El jemals vom Band laufen wird.

Die Alternativen dagegen machen ernst. Eine Batterieladung von Horlachers Möhliners Autosalon entfernt jagt der Hotzenblitz an winkenden Bauern vorbei durch den Hochschwarzwald. Begreift sich Horlacher noch als Philosoph und Bucher eher als Tüftler, so haben ihre Schüler längst die Regeln des Marketings verinnerlicht. "Das Produkt macht den Bedarf", sagt Hotzenblitz-Manager Thomas Albitz, ganz Typ moderner Öko-Yuppie mit Autotelephon und Porschebrille. Sein Produkt kann sich durchaus sehen lassen.

Zwei junge Designer aus Berlin verpaßten der Kunststoffkarosse das futuristisch kühne Outfit, ein Formel-1-Konstrukteur sorgte für einen stabilen Rohrrahmen und Aluminiumboden. Erfahrene Entwicklungsingenieure feilten an Motor und Getriebe. Das erklärte Ziel des Schwarzwaldteams: Das Auto muß in Serie gehen. Selbstverständlich, sagt Albitz, habe man den Markt vorher analysiert. Gefragt sei ein Viersitzer als multifunktionaler Kurzstreckenwagen für die Fahrt zum Supermarkt und Tennisplatz.