Den Treibhauseffekt halbwegs exakt vorherzusagen ist wegen der Fülle der Einflußfaktoren sehr schwierig. Haupthürden in den Berechnungen sind die zu wenig verstandenen Auswirkungen der Wolken, die, je nach Klimamodell, den Erwärmungsprozeß dämpfen oder beschleunigen. Nun glauben Robert Cess und Mitarbeiter an der State University of New York einen weiteren Faktor gefunden zu haben, der für die stark voneinander abweichenden Prognosen der Klimarechnungen verantwortlich sein dürfte, nämlich die Schneebedeckung der Erde (Science News, Bd. 140, S. 119). Nach gängiger Auffassung wirkt sich das Schmelzen des Schnees beschleunigend auf den Treibhauseffekt aus. Die blütenweiße Decke von Frau Holle reflektiere stark das Sonnenlicht und halte damit die Erde kühl, lautete das Credo. Wenn sich unser Planet erwärme und der Schnee verschwinde, dann schlucke die Erdoberfläche wesentlich mehr Sonnenenergie, erwärme sich dadurch zunehmend und beschleunige in einem sich selbst verstärkenden Prozeß die weitere Schneeschmelze und Temperatursteigerung. Als Cess siebzehn verschiedene Klimamodelle testete, stellte er verblüfft fest, daß deren fünf zum gegenteiligen Ergebnis kommen. Bei ihnen hat die Schneeschmelze eine den Treibhauseffekt bremsende Wirkung. Vor allem zwei indirekte Folgen bewirken den Bremseffekt: einerseits sorgt eine vermehrte Wolkenbildung über den aufgetauten Gebieten wiederum für eine Reflexion des einfallenden Sonnenlichtes, andererseits strahlt eine von der Schneedecke entblößte Erde auch wesentlich mehr Wärme ab in den Weltraum. Jeder Bauer hofft im Winter auf eine wärmende Schneedecke für die Saat, und die Eskimos in ihren Iglus schätzen die isolierende Wirkung von Eis und Schnee. Robert Cess schlägt deshalb vor, daß die Klimaforscher die Wärmebilanz einer Schneebedeckung sorgfältiger untersuchen – vielleicht kommen sie sich dann in ihren Vorhersagen etwas näher.

HST

Jugend forscht startet eine neue Wettbewerbsrunde. Mitmachen können alle, die nicht älter als 21 Jahre sind und an einer der folgenden Sparten Freude haben: Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik, Technik und Arbeitswelt. Junioren unter 16 Jahren nehmen bei "Schüler experimentieren" teil. Anmeldeschluß: 30. November 1991. Nähere Informationen: Stiftung Jugend forscht, Beim Schlump 58, 2000 Hamburg 13.

Jutec heißt ein Wettbewerb Jugend und Technik, den der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) für Schüler der Klassen 8 bis 13 ausschreibt. Angesprochen sind alle, die alleine oder in der Gruppe pfiffige Ideen in technische Modelle umsetzen wollen. Anmeldeschluß: 15. November 1991, weitere Auskunft: VDI, Stichwort Jutec, 4000 Düsseldorf 222, oder zum Nulltarif über Tel. 0130-3122.