Im Rahmen der Städte-Lesebücher ist jetzt im Insel Verlag ein Lesebuch über Hamburg erschienen (Insel Taschenbuch, 310 Seiten und über 50 Abbildungen, 16,– DM). Am Anfang dieses reizvollen Kompendiums steht: "Es könnte kommen, daß Sie es im Himmel bereuen, Hamburg nicht gekannt zu haben!" Dieses Zitat stammt nicht etwa aus dem Munde eines Werbemanagers der neunziger Jahre, sondern von Georg Christoph Lichtenberg aus dem Jahre 1773. Man könnte auch sagen, daß es ein Manko wäre, dieses von Eckart Kleßmann herausgegebene Städte-Lesebuch nicht gekannt und studiert zu haben. Spätestens am Ende wird man Hamburg noch mehr ins Herz geschlossen haben, als es ohnedies viele Einheimische und Quiddjes schon getan haben.

In über hundert Essays und Betrachtungen wird die Stadt an der Elbe, von der Alfred Kerr behauptet hat, es sei die schönste Großstadt Deutschlands, von allen Seiten beleuchtet – und nicht nur von den Schokoladenseiten. Man erfährt etwas vom äußeren Erscheinungsbild und den Hamburgern "als solchen", nimmt an alten Festlichkeiten und Gesellschaften teil, liest etwas von der Dominanz des Kommerz und der Wertschätzung der Künste, gerät aber auch mitten hinein in die großen Katastrophen, von denen die Stadt nicht verschont geblieben ist. Zumeist sind es Autoren des 18. und 19. Jahrhunderts, die hier zu Wort kommen. Lithographien aus der Zeit von damals, aber auch gegenwartsnahe Hafen- und Stadtportraits ergänzen dieses außerordentlich amüsante Buch.

Eckart Kleßmann bündelt die Geschichte und den Werdegang der Stadt außerdem in einem Nachwort. Ergänzt wird der Band durch tabellarische Übersichten über Museen (mit Öffnungszeiten), Kirchen und historische Bauwerke. G. K.