Allmählich kann man sich die post-apartheid Society Südafrikas auch praktisch vorstellen. Sowohl die Regierung de Klerks als auch Mandelas ANC (African National Congress) haben Entwürfe für die neue Verfassung vorgelegt. Zwar weichen sie teilweise konfliktträchtig voneinander ab, doch in den wesentlichen Punkten decken sie sich. Beide Entwürfe sehen ein allgemeines, gleiches Wahlrecht für alle vor, ein Zwei-Kammern-System, ferner Garantien für Minderheitsrechte. Beide stimmen sie auch darin überein, daß alle rassischen und ethnischen Bestimmungen aus den Gesetzen ausgemerzt werden müssen.

Das wichtigste Ereignis aber fand am vorigen Wochenende statt: Präsident de Klerk, ANC-Chef Nelson Mandela und der Inkatha-Präsident Buthelezi unterzeichneten gemeinsam eine Art Friedensvertrag in Johannesburg. In diesem Verhaltenskodex verpflichten sie sich und ihre Anhänger, keine Gewalt mehr anzuwenden, auf jede Art provozierender Reden zu verzichten und bei Demonstrationen keine Waffen zu tragen. Etwa zwanzig kleinere Anti-Apartheid-Gruppen und die kommunistische Partei haben den Vertrag ebenfalls unterzeichnet.

Wohl wird es weiterhin gewalttätige Zusammenstöße geben, denn keine Seite vermag ihre Radikalen zu kontrollieren. Aber das Wichtigste ist nun doch geschafft. Dff.