Die Metro und der Einzelhandel – eine ewig währende Geschichte: Gerade hat der Einzelhandelsverband Westfalen-Mitte eine Klage gegen den Großhandelsmarkt in Dortmund erhoben. Der Verband wehrt sich so gegen ein Unternehmen, das nach seiner Ansicht "über Jahre verbrauchermarktähnliche Sortimente fördert und in großem Umfang als Großhandelsunternehmen an Letztverbraucher Waren" verkauft.

Die Vorwürfe sind nicht neu – sie beschäftigen seit Jahren schon deutsche Gerichte. Das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) erging Ende 1989. In den beiden Musterprozessen Köln-Ost und Hamburg, von der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels (HDE) geführt, verdonnerte der BGH den Großhandelsgiganten zu schärferen Kontrollen der Einkaufsberechtigungen, zudem müsse der Großhandelsbereich vom Einzelhandel abgegrenzt werden. Metro-Chef Erwin Conrad! hat in weiteren vier Prozessen Gelegenheit, die Richter von seiner Version zu überzeugen.

Die HDE hatte die Musterprozesse angestrengt, weil sich ihre Mitgliedsfirmen von einer allzu ausgiebigen Einzelhandelstätigkeit des Großhandelsgiganten gestört fühlten. Ein Einzelhändler aber darf keine Einkaufsausweise ausgeben, muß Preise inklusive Mehrwertsteuer angeben und sich an die entsprechenden Ladenschlußzeiten halten.

Der Einzelhandelsverband Westfalen-Mitte wollte sich nicht länger abfinden mit "der Hinhaltetaktik der Metro", die nicht bereit sei, "ihr Verhalten nach einer Vielzahl verlorener Prozesse zu ändern".

Der Münchner Zeitschriftenverleger Hubert Burda zeigte sich durchaus zufrieden: Sein Wirtschaftsmagazin Forbes!, seit März 1990 am deutschen Markt, kommt inzwischen auf eine verkaufte Auflage von 95 000 bis 98 000 Exemplaren – fast soviel wie das Manager Magazin. Und auch das Anzeigengeschäft kann sich sehen lassen: Bis Ende August wurden in diesem Jahr 540 Anzeigenseiten verkauft.

Hinter den Kulissen freilich brodelt es: Über Inhalte, Konzeption und Anmutung wurde heftig zwischen dem Verleger und seinem Chefredakteur, Hans-J. Schmahl, gestritten. Konsequenz: Schmahl, der erst im Februar von Springer zu Burda gekommen war, dürfte wohl das Haus verlassen. Bereits am Montag dieser Woche wurde der Redaktion, nach Kopfzahl mehr als bescheiden, sein Nachfolger präsentiert: Werner W. Klingberg, der Erfahrungen in der Chefredaktion der Wirtschaftswoche sammelte und gegenwärtig noch Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest der Berliner Stiftung Warentest ist.

Klingberg hatte für die Stiftung den Finanztest entwickelt. Bisher erscheint das Blatt alle zwei Monate und kommt auf die stattliche Auflage von knapp 250 000 Exemplaren. Seinen Vorstellungen, das Testheft im Februar 1992 – ein Jahr nach dem Start – auf monatliche Erscheinungsweise umzustellen, die Inhalte zu erweitern und die Mannschaft entsprechend aufzustocken, mochte die bedächtige Stiftung so schnell nicht nachgeben.