Der Trend der Zeit macht auch vor dem "größten Volksfest der Welt" nicht halt: Das 158. Münchner Oktoberfest (21. September bis 6. Oktober) präsentiert sich umweltfreundlich.

Die Müllberge auf der Wies’n, Umweltschützern schon lange ein Dorn im Auge, sollen verschwinden. Ihnen hat der zuständige Stadtrat in erster Linie den Kampf angesagt. So darf ab sofort nur noch Mehrweggeschirr und -besteck verwendet werden. Mit den Porzellantellern halten Geschirrspülmaschinen Einzug auf der Theresienwiese. Jedoch stehen vor allem kleinere Betriebe aufgrund der neuen Verordnung vor Platz- und Kostenproblemen. Und der Gast muß damit rechnen, daß ihm bis zu zwei Mark als Einsatz fürs "Porzellan" abverlangt werden.

Auch Plastikbecher gehören der Vergangenheit an: Limonade darf nur noch in Flaschen (Pfand eine Mark) verkauft werden. Getränkedosen sind grundsätzlich verboten.

Die Überreste von 750 000 Brathendln, 330 000 Schweinswürstln, 645 Zentnern Fisch und 79 ganzen Ochsen müssen von "Tierkörperbeseitigungsfirmen" getrennt erfaßt und entsorgt werden. Diese Abfälle sollen damit kompostierbar werden. Für wiederverwendbare Materialien werden an sieben Stellen Sammelcontainer eingerichtet.

Umweltfreundliches auch bei der Anfahrt: 1990 beförderte der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MW) 5,5 Millionen Wies’n-Fahrgäste. Einen Großparkplatz wird es auch in diesem Jahr nicht geben. Damit soll die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln (günstige Tages- und Touristenkarten) gefördert werden.

In puncto Getränken liegt die Wies’n schon seit einigen Jahren im (Öko-)Trend: Von den 5,4 Millionen Maß Festbier, die 1990 durch die Kehlen der 6,7 Millionen Besucher flossen, waren rund drei Prozent mit alkoholfreiem Bier gefüllt.

1989 wurde zum erstenmal Milch ausgeschenkt. Im vergangenen Jahr waren es bereits 25 000 Liter, was dem täglichen Einsatz von 125 Kühen entspricht.