Fast hundert Jahre nachdem Commodore George Dewey 1898 die spanische Flotte in der Bucht von Manila besiegte, werden Amerikas Soldaten wohl bald aus der einstigen Kolonie abziehen. Der philippinische Senat lehnte am Montag dieser Woche das zwischen Washington und Manila ausgehandelte neue Stützpunktabkommen ab, das es den Vereinigten Staaten erlaubt, die Marinebasis Subic Bay für weitere zehn Jahre zu nutzen.

Als späte "Unabhängigkeitserklärung" der Philippinen feierten manche Senatoren ihren Abstimmungssieg. Auch wenn das mit 29 Milliarden Dollar verschuldete Land die jährliche Pacht von 203 Millionen Dollar für Subic Bay wahrlich gut gebrauchen könnte, wog für die Mehrheit der Nationalstolz schwerer. "Um wirklich frei und unabhängig zu sein, muß eine Nation manchmal Opfer bringen", rief der liberale Senatspräsident Jovito Salonga in der Debatte aus. Präsidentin Aquino, die sich vehement für das Abkommen eingesetzt hatte, will sich nun "direkt an das Volk wenden" und versuchen, das Senatsvotum durch ein Referendum aufzuheben. Die Mehrheit der Filipinos, haben Umfragen ergeben, befürwortet den neuen Vertrag mit Washington.

Das Pentagon, das sich bereits auf einen sofortigen Abzug der GIs eingestellt hatte, will nun zunächst die angekündigte Volksabstimmung abwarten. Neue Verhandlungen aber soll es nicht mehr geben. "Wir haben unser bestes Angebot unterbreitet", hatte Präsident Bush kategorisch erklärt.

Die Amerikaner blieben zwar gern in Subic Bay, für unersetzbar indes halten sie den Stützpunkt nach dem Kollaps des Sowjetimperiums nicht mehr.

"Wir werden packen und gehen", hatte Verteidigungsminister Cheney kühl angekündigt. "Wir können nicht bleiben, wo wir nicht erwünscht sind." M. N.