Schaufensterkrankheit heißt ein Leiden, weil die Betroffenen oft wegen Schmerzen in den Beinen stehenbleiben müssen und so den Eindruck erwecken, als interessiere sie jedes Schaufenster. Ursache dieser häufigen Beschwerden (fast fünf Prozent aller Männer im Alter zwischen sechzig und siebzig Jahren leiden daran) sind Verschlüsse oder Verengungen der Blutgefäße im Bein. Besonders in Deutschland werden Umgehungsoperationen oder Erweiterungen der Gefäße häufig ausgeführt, um eine spätere Amputation zu umgehen. Mehr konservative Maßnahmen sind Lauftraining oder Medikamente. In den USA wurde nun festgestellt, daß mit dem steilen Anstieg von Gefäßen weiterungs- und Bypassoperationen nicht die erwartete gesunkene Anzahl an Unterschenkelamputationen einhergegangen ist. Jay Coffman von der Harvard Universität mahnt deswegen eindringlich seine Kollegen, doch konservativer vorzugehen und die Schaufensterkrankheit mit einfachen Mitteln zu behandeln (New England Journal of MeEtwa fünf bis fünfzig Milliarden Arten verschiedener Lebewesen haben im Laufe der Zeit die Erde bevölkert, schätzt der Paläobiologe David Raup (New Scientist, Nr. 1786, S. 48). Nur jede tausendste Art konnte sich in die Neuzeit hinüberretten. Bisher wurden erst 250 000 fossile Spezies gefunden, somit ist lediglich ein winziger Ausschnitt der früheren Lebensformen dokumentiert. Deshalb warnt Raup vor ebenso populären wie einfachen Vorstellungen, wonach katastrophale Ereignisse wie der Einschlag riesiger Meteoriten Hauptursache des Artensterbens waren. Wir kennen vorwiegend jene fossile Arten, die in sehr großer Zahl und weit verbreitet vorkamen. Dies dürfte das Bild vom früheren Leben erheblich verzerren. HST