Immer wenn die Rede auf schier unmögliche Marketing-Aufgaben kommt, heißt es: Verkaufen Sie mal Kühlschränke an Eskimos!

"Heute kein Problem mehr", sagt Direktionsassistent Dr. Günter P., als er mit den kreativen Kollegen aus der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) nach Feierabend zusammensitzt. "Eskimos leben doch kaum mehr in Iglus oder irgendwelchen Eispalästen, sondern in festen Häusern. Und da brauchen sie Kühlschränke."

"Es gibt kein Produkt", behauptet der junge, dynamische Kollege R., "für das sich nicht eine Werbe- und Marketing-Strategie entwickeln ließe." "Irrtum", sagt Kollege L., "werben Sie mal für Bescheidenheit!"

Die Runde schweigt. Ist man auf einen grundlegenden Widerspruch gestoßen, an dem Werbung und Marketing zerschellen müssen?

"Mahatma Gandhi", sagt Kollegin S., "war die personifizierte Werbung für Bescheidenheit."

"Man kann nachlesen, was es seine Mitarbeiter gekostet hat, ihn in Armut zu kalten", sagt L. "Weil er in der Eisenbahn grundsätzlich Holzbankklasse fuhr, mußten ganze Waggons dieser Art angekauft und ordentlich besetzt werden, damit er nicht von der Masse der Anhänger erdrückt wurde."

"Außerdem", sagt Kollege G., "ist er umgebracht worden. Wie Jesus Christus. Die Menschen mögen nichts von Selbstbescheidung hören."