An das Frauenministerium von Schleswig-Holstein. Betr.: Ihre Broschüre "Mehr Frauen in die Sprache – Leitfaden zur geschlechtergerechten Formulierung"

Sehr geehrte Frau Ministerin, wir haben eine(n) Vorschlag/Idee – und Sie sehen, wir haben schon gelernt, daß wir die Idee statt der Vorschlag sagen können. Doch näheres dazu s. u. Erst das Kompliment: Wir freuen uns, daß Sie sich intensiv mit der "gleichberechtigten Teilhabe von Männern und Frauen im öffentlichen Leben" auseinandergesetzt haben und nun "sprachliche Konsequenzen im behördlichen Sprachgebrauch" fordern. Sie haben die Landesbehörden "auf eine geschlechtergerechte Sprache verpflichtet und diese allen anderen Verwaltungsorganen anempfohlen".

Das finden wir gut und wollen als Teilhaber/innen des öffentlichen Lebens nicht zurückstehen. Wir haben uns mit allen 54 Seiten Ihrer Broschüre auseinandergesetzt – obwohl wir schon seit der Ankündigung auf S. 8 dem letzten Abschnitt entgegenfieberten, der "die Behandlung des geschlechtergerechten Sprechens, d. h. des mündlichen Sprachgebrauchs mit einigen Hinweisen" verhieß.

Dank Ihrer Broschüre wissen wir nun, was "geschlechtergerechtes Formulieren" bedeutet: Frauen im schriftlichen und im mündlichen Sprachgebrauch sichtbar bzw. hörbar zu machen.

Bzgl. Ihrer Erkenntnis, daß "die praktische Umsetzung nicht umständlich und bürokratisch ist, sondern mit Kreativität und Sprachbewußtsein gemeistert werden kann", gratulieren wir Ihnen zum Vorschlag auf S. 19. "Eine Formulierung wie die folgende: Geburtsdatum des Ehemannes der Antragstellerin bzw. der Ehefrau des Antragstellers", so steht da geschrieben, sei zwar geschlechtergerecht (wir nicken, sehen und hören die Frau im Text). Sie sei aber wegen ihrer Kompliziertheit und Länge kaum empfehlenswert (wir nicken, denn wir verstehen auch nichts).

Zur Vereinfachung schlägt o .g. Broschüre eine sinnvolle Abk. vor, "z. B. AS für Antragstellerin/Antragsteller: Geburtsdatum des Ehemannes/der Ehefrau von AS". Dies aber scheint nicht kreativ oder nicht sprachbewußt genug zu sein, denn wir lesen die Empfehlung auf S. 19: "Statt einer Abkürzung ließe sich auch eine Nummer einführen (Antragstellerin oder Antragsteller = 1): Geburtsdatum des Ehemannes/der Ehefrau von 1."

Wir wissen jetzt, wie die Zahl der Frauen in der Behördensprache sichtbar gemacht werden kann und stellen uns darauf ein, künftig zu lesen: Geb. dat. von 2 von 1 – kreativ, sprachbewußt und unbürokratisch. Soweit 1.