Wenn der Eindruck nicht täuscht, ist die Debatte um ein Tempolimit auf den Autobahnen gewissermaßen von der Überholspur wieder auf die Standspur eingebogen. Aus dem Thema, schien die Luft wieder ein wenig raus zu sein. Meinten wir. Doch ausgerechnet Autoheimen Umfrage", deren Veröffentlichung man sich nun wirklich hätte schenken können. Auto Bild sieht sich im Besitz von Zahlen aus dem Bundesverkehrsministerium, nach denen die überwiegende Mehrheit aller Deutschen sehr wohl für ein Tempolimit sei. In den alten Bundesländern seien 56 Prozent der Befragten für eine Begrenzung auf West Autobahnen, nur 32 Prozent dagegen. 73 Prozent der befragten Ossis plädierten für ein Tempolimit auf Weststrecken. Mit Blick auf die Ost Autobahnen läge die Zustimmung noch weit höher. Ob die Zahlen stimmen? Selbst diesen probaten Einwand schlägt uns Auto Bild aus der Hand: Allein der betriebene Aufwand (drei namhafte Meinungsforschungsinstitute) belege, "daß die Zahlen absolut glaubwürdig sind". Mein Gott, Auto Bild! Wir fühlen uns alleingelassen. Ein Bollwerk bricht. Müde blättern wir uns durch das Heft irgendwann die Vorstellung des neuen Bugatti "EB 110". Sehr blau, sehr flach, sehr schön. Zwölfzylinder mit Titanpleuel, 550 PS, 350 Spitze — "das beste Auto der Welt!" Wir haben es nicht verdient.

Das Oktoberfest ist kein Gaudi mehr, sondern allenfalls ein Ärgernis. So entnahmen es Nordlichter in den vergangenen Jahren den Berichten in der Süddeutwohner und blutige Maßkrug Schlachten. Anders diesmal, haben die Kollegen doch eine Seele gefunden, die den Glauben an die Wiesn und ihre Menschen noch nicht verloren hat: "Seit 37 Jahren reist Pater Heinzpeter Schöning mit seinem rollenden Pfarramt von Volksfest zu Volksfest, tauft im Wohnwagen geborene Kinder, hält Schausteller Gottesdienste ab und ist, obwohl katholisch, für seine lutherische Sprachgewalt berühmt. Heutzutage muß man den Menschen Goldstaub in den Arsch blasen, damit sie sich nicht beschweren, sagt er gerne, wenn die Rede auf Bürgerinitiativen gegen Volksfestlärm kommt. Volksfeste und Dulten, erklärt Schöning im Bierzelt, seien in Verbindung mit der Kirche entstanden — und deshalb sei in seinem tiefsten Herzen kein Schausteller ein Atheist. So, wie ein Seiltänzer einen bestimmten Punkt am Zeltdach sucht, so sucht der Schausteller den Herrn, sagt der Pater "

Womit auf der Wiesn endgültig der Mythos der ratlosen Artisten in der Zirkuskuppel widerlegt wäre.