Kontrollierter Verlust

Am 10. Mai 1982 wurde im Falkland-Krieg der britische Zerstörer Sheffield von einer argentinischen Rakete getroffen und sank. Dabei soll er eine Atomwaffe verloren haben, teilt die Internationale Atombehörde in Wien mit. Die Information stamme aus Regierungskreisen. Ein weiterer Unfall sei am 19. Mai 1985 passiert, als das britische U-Boot Resolution eine Missile vom Typ Polaris verloren habe. Das Verteidigungsministerium dementierte: Es habe 1982 keinerlei Zwischenfall gegeben, der zur Einbuße einer britischen Atomwaffe oder zu radioaktiver Verseuchung geführt hätte. 1985 sei eine unbestückte Polaris-Rakete erfolgreich von der Resolution auf das Cape-Canaveral-Testgebiet vor Florida abgefeuert worden. Die Internationale Atombehörde verzeichnete seit 1950 einunddreißig Unfälle mit Verlust von nuklearem Material. Fünfzehn wurden bestätigt.

Folter in Mexiko

Mexiko hat praktisch alle internationalen Menschenrechtsvereinbarungen ratifiziert, einschließlich der Anti-Folter-Konvention der Vereinten Nationen. Ein Bundesgesetz definiert Folter ausdrücklich als Verbrechen und sieht dafür Gefängnisstrafe vor. Trotzdem, so berichtet amnesty international, kann die Folter jeden treffen, der in Mexiko von Polizei oder Armee festgenommen wird. Obwohl Mexiko eine Nationale Menschenrechtskommission gebildet hat, kämen die Täter in aller Regel ungeschoren davon. Nur selten gingen die Gerichte Foltervorwürfen nach. Bei amnesty sind Hunderte von Fällen aktenkundig. Die tatsächliche Zahl der Betroffenen, von denen viele durch Mißhandlung starben, dürfte weit höher liegen.

Alte Heimat – neue Welt

Die Ossis sind eigenwillig. Wer wüßte es nicht? Bei ihrem Besuch in New York – zum Auftakt einer einwöchigen Amerika-Reise – fielen Wolfgang und Irmgard Thierse am vergangenen Wochenende durch selbstbewußte Programmgestaltung auf. Der deutschtümelnden "Steuben-Parade" – prominentester Gast aus der alten Heimat: Jürgen W. Möllemann – zogen sie einen Bummel durch Wall Street und Greenwich Village vor: Manhattan ohne Marschmusik. Frau Thierse lehnte gar ein Damenprogramm ab, als ihr Mann, der SPD-Vize, einen Termin bei Henry Kissinger hatte: Auch sie wollte den Exaußenminister kennenlernen. In einem deutschen Gesprächskreis gefiel sie durch Schlagfertigkeit. Treuherzig fragte ein Beamter: "Sind Sie zum ersten Mal in New York?" Die Ex-DDR-Bürgerin: "Wir sind überall zum ersten Mal."