Die Japaner können es nicht lassen. Vor geraumer Zeit erfuhren wir, daß die vier führenden Finanzhäuser Nomura, Daiwa, Nikko und Yamaichi für Spekulationsverluste ihrer großen Kunden eingestanden waren und ihnen alles in allem 1,6 Milliarden Mark "rückvergütet" hatten. Nun erreicht uns die Nachricht, daß die edlen Finanziers noch großzügiger waren und weitere 560 Millionen Mark nachgeschossen haben.

Aus der Sicht der Begünstigten hat dieses "japanische Modell" der Kundenpflege so große Vorzüge, daß es die deutschen Banken eigentlich übernehmen und verfeinern sollten. Wie wäre es zum Beispiel, wenn den Millionen Sparbuch-Sparern, die sich mit einem mageren Zinssatz von 3 bis 3,5 Prozent begnügen, am Ende des Jahres jeweils ein "Inflationsausgleich" entrichtet würde?

Träumen ist zwar erlaubt, aber dieser Traum ist zu schön, um wahr zu sein. In Japan, wo der Skandal um die Vierer-Bande der Finanzhäuser hohe Wellen schlägt, verhält es sich genau umgekehrt: Der Traum war zu wahr, um schön zu sein. row