Den Spitzenposten der Weltbank hätten andere möglichst geräuschlos übernommen. Lewis Preston zog es vor, die Tür einzutreten: Der neue Chef kam, drei senior vice-presidents mußten gehen. Preston hielt diese Führungsebene für überflüssig. Und weil er von seiner früheren Tätigkeit als Chef des Bankhauses J. P. Morgan schnelle Entscheidungen gewohnt ist, fragte er andere Leute nicht nach ihrer Meinung.

Das mag als Führungsstärke gelten. Wohin Preston die größte Entwicklungsbank der Welt führen will, ist allerdings noch nicht klar. Soll sie sich auf den privaten Sektor konzentrieren, wie die Vereinigten Staaten es fordern? Preston hat versprochen, die von den Amerikanern als Soft-Programme verspottete stärkere Orientierung auf Armut, Frauen und Umwelt fortzuführen. Andere Pläne liegen aber bereits in der Schublade. Müssen die Entwicklungsländer kürzertreten, weil die Weltbank nun massiv Osteuropa fördert? In der Bank gilt die Sowjetunion bereits als the most sexy region, Afrika dagegen als langweilig. Preston muß Führungsqualitäten beweisen, die über das Feuern von Topmanagern hinausgehen. th