Bisher bemängelten Manager und Verbandsfunktionäre die staatliche Umweltpolitik, weil sie angeblich die Wirtschaft in ein unsinniges Korsett zwänge. Diese Kritik war nicht unberechtigt, weil flexible Instrumente gegenüber starren Normen auch aus der Sicht des Umweltschutzes viele Vorteile haben. Nun haben sich Politiker sowohl in Bonn als auch in Brüssel die Klagen zu Herzen genommen. Ihr Plan: Mit einer neuen Abgabe wollen sie allein über den Preis den Energieverbrauch steuern und so auf marktwirtschaftliche Weise dazu beitragen, daß in Zukunft weniger klimaschädliches Kohlendioxid in die Erdatmosphäre geschleudert wird.

Pech für die Industrie. Sie ist gezwungen, Farbe zu bekennen. Und sie tut es frei nach der Devise: Was stört mich mein Geschwätz von gestern. Wie schon bei zig anderen Öko-Gesetzen gibt sie auch jetzt wieder vor, die Lichter gingen aus. Wohlstand und Arbeitsplätze seien in Gefahr, der ganze Plan tauge nichts, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung verschiedener europäischer Wirtschaftsverbände. Selten hat sich die Industrie dermaßen bloßgestellt. vo