Familienf eierngeschädigte, die an Heinrich Bölls Satire "Nicht nur zur Weihnachtszeit" ihre helle Freude haben, können hier zurückfinden zum Fest — ohne auf Burleske und Augenzwinkern verzichten zu müssen. Familie Pfefferkorn gibt sich so voll und ganz der Vorfreude hin, daß Man muß es miterleben, nachlesen: Wie sich beide Generationen mitternächtlich in der Küche treffen, Tage vor dem Fest, aber wenige Stunden nachdem die Plätzchen gebacken sind. Oder wie am 24.

Dezember die Geschenke eingesammelt werden, die längst schon geöffnet wurden. Eine Situationskomik, als spiele Buster Keaton Weihnachtsmann; eine Melancholie, die gelegentlich derb überlistet wird; ein Spektakel mal deftig mal poetisch, doch stets mit einer Herzlichkeit, daß vielen das Fest wieder heilig würde, hätten sie Familie Pfefferkorn als Nachbarn.

Erdacht mit Schalk, notiert mit Hintersinn und mit einem gelegentlich flapsig antiquierten Wortschatz hat dieses Weihnachtsgeschenk die Leipzigerin Uta Mauersberger. Die Autorin liest ihre Erzählung auch auf Cassette, wobei sächsisch gebremste Konsonanten familiären Charme verbreiten und eine prächtig schräge Zwischenmusik die Komik steigert. H t D.

Eine Weihnachtsgeschichte; Illustrationen von Cleo Petra Kunze; Gustav Kiepenheuer Verlag LeipzigWeimar 1991; 64 S, 24 80 DM Kassette bei Kiepenheuer (nur im Buchhandel); ISBN 3 378 00497 5; 7 95