Präsident Carlos Menem hat eine Frau mit dem Umweltschutz beauftragt, die in Argentinien den Ruf einer Mata Hari genießt und bereits einige politische Turbulenzen verursacht hat. Maria Julia Alsogaray, naturblond und mondän, beansprucht ihren festen Platz in den Klatschspalten der Regenbogenpresse. Und das nicht erst, seit die Abgeordnete nackt unter Pelzen den Photographen ihre makellose Figur enthüllte. Sie bewies als Treuhänderin der verluderten staatlichen Telephongesellschaft Entel Mut und Durchsetzungskraft, und es gelang ihr, auftragsgemäß den bürokratischen Koloß an private Anbieter zu verkaufen. Daß sie dabei nicht immer nach den Regeln einer geordneten Buchführung vorging und hinterher ein Rattenschwanz von Gerichtsprozessen folgte, hat der in Scheidung lebende Präsident ihr nur gar zu gern verziehen. „Maria ist eine Goldgrube“, soll er gesagt haben, und im Blätterwald rauscht seither das Liebesgeflüster.

Nun, nach einem Jahr erzwungener politischer Quarantäne, die sie damit verbrachte, ihr eigenes Hotel einzurichten und ein Poesiealbum zu schreiben, kommt Maria Alsogaray wieder zurück in das Rampenlicht der bonarenser Gesellschaft. Sie hat schon deutlich gemacht, daß sie sich nicht damit begnügen will, Pelztiere zu schützen. Saubere sanitäre Verhältnisse seien zum Beispiel auch ihr Ziel, zudem strebe sie die Umwandlung der Außenschuld Argentiniens in Natur-Zertifikate an. Im Kabinett und im Kongreß stößt der Ehrgeiz der parteilosen Politikerin auf gewisse Reserven. „Wenn Maria Alsogaray mit der Natur so schnell Schluß macht wie mit Entel, dann wird Argentinien bald nackt dastehen“, meint der Abgeordnete Rafael Flores. cdg