Alle Beteiligten hätten den „Wunsch und Willen“ geäußert, die Ausgaben zu begrenzen, verkündete Bundesgesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt nach der Herbstsitzung der Konzertierten Aktion im Gesundheitswesen am Dienstag. Hoffnung also? Nein, Enttäuschung. Wunsch und Willen haben Ärzte, Krankenkassen, Pharmafirmen und andere schon immer beteuert. Taten sind gefordert.

Statt dessen einigte man sich auf bahnbrechende Empfehlungen der Art: Die Zahl der Klinikeinweisungen soll auf das medizinisch notwendige Maß reduziert werden.

Wirklich nützliche Kostenbremsen, wie Mengenbeschränkungen bei Arzneimitteln, wurden nicht beschlossen.

Derweil werden die Zahlen immer horrender. In den ersten neun Monaten des Jahres 1991 stiegen die Ausgaben der Krankenversicherungen um knapp zehn Prozent und damit doppelt so stark wie die Einnahmen. Bis zum Jahresende wird sich ein Defizit von vier bis fünf Milliarden Mark auftürmen. Einige Krankenkassen haben denn auch angekündigt, daß sie die Beiträge schon im kommenden Jahr erhöhen müssen. dk