Von Thomas Hanke

Geld, das die prosaische Seite des Lebens verkörpert und über das man in einem Salon allenfalls mit Verlegenheit spricht, ist in seinen Wirkungen und Gesetzen so schön wie eine Rose.

Ralph Waldo Emerson

amerikanischer Dichter und Philosoph

Müssen die Bundesbürger am Ende dieses Jahrzehnts die blühende Mark abschaffen und durch ein unzuverlässiges Kreuzungsprodukt namens Ecu ersetzen? Mancher Ökonom und mancher Publizist, die es besser wissen sollten, verkürzen die Europäische Währungsunion auf dieses Zerrbild: Die Mark wird beseitigt, was mit dem Ecu auf uns zukommt, steht in den Sternen.

Das hat weder mit dem Vertrag über die Wirtschafts- und Währungsunion noch mit den grundlegenden wirtschaftlichen Zusammenhängen viel zu tun. Richtig ist, daß 1997 oder 1999 voraussichtlich sieben oder acht Länder, mit denen uns schon heute stabile Wechselkurse verbinden, diese Umtauschverhältnisse ein für allemal festschreiben werden. Mark zu Francs, Gulden zu Krone und vielleicht auch Peseta zu Lira: die Währungskurse der teilnehmenden Länder sollen unwiderruflich fixiert werden.

Eine Europäische Zentralbank, die sich nach den gleichen Prinzipien richtet wie die Bundesbank, deren Unabhängigkeit aber noch besser abgesichert ist, wird alleine für die Geldpolitik verantwortlich sein – das sind die Grundprinzipien der Währungsunion.