In unseren Tagen, da die Schlauheit unter den Menschen rüstig voranschreitet, ist die Angst weit verbreitet, für einen Simpel angesehen zu werden.

Wollen mal sagen, es plaudert jemand mit seinem Gegenüber leicht daher, private Small-talk-Show sozusagen, und läßt so ganz en passant einen Satz mit einem schönen Fremdwort einfließen, den er der FAZ (Wirtschaftsteil) entnommen hat: "Diese nicht prozentual, aber nominal erhöhte Volatilität begünstigt die Profis im Börsengeschehen."

Alles klar?

Nicht für das Gegenüber. Als gebildeter Mensch sagt er aber nicht einfach: Hä? Sondern: Entschuldigung, das hab’ ich rein akustisch nicht verstanden.

Nicht etwa, daß er die Sache mit der erhöhten Volatilität nicht begriffen hat. Nein, das nicht. Sein Trommelfell hat nicht funktioniert. Na, das ist ja nicht so schlimm. Nicht so schlimm, als wenn es mit den kleinen grauen Zellen gehapert hätte, in denen solche schönen Wörter aufbewahrt werden mitsamt ihrer Deutung.

Doch dann schleicht sich bei unserem FAZ-Nutznießer ein arger Verdacht ein: Hat der das wirklich nur rein akustisch nicht mitgekriegt? Oder ist er vielleicht ein Stoffel? Ein homo, der nicht ganz und gar sapiens ist, sondern nur ein bißchen, wenn er so lichtvolle Sätze nicht versteht? Mit anderen Worten: Hört der Mensch gegenüber nur schlecht, oder ist er doof?

Nun übersetzt der Schönredner seine schöne Rede so, daß auch ein Lackel die volatile Sentenz begreifen kann.