Bauer Verlag: Punkt für den Herausforderer AEG-Olympia: Vertagung bis zum Februar Warsteiner: Entscheidung vor dem Bundesgerichtshof

Nicht die "Leser und Inserenten", wie es der Hamburger Bauer Verlag sich gewünscht hatte, entscheiden den neuesten Konkurrenzkampf am Zeitschriftenmarkt, sondern die Gerichte. Anfang dieser Woche hat die mittelständische Verlagsgruppe Milchstraße beim Hamburger Landgericht einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen Bauer gestellt. Vorwurf des kleinen Hamburger Zeitschriftenhauses: Plagiat. So habe Bauer sein jüngstes Objekt TV Movie allzu eng an das Milchstraßen-Blatt TV-Spielfilm angelehnt – sowohl beim Titel wie auch in der Programmdarbietung.

Seit einem Jahr hatte Milchstraßen-Verleger Dirk Manthey den heimischen Großverlagen vorgeführt, wie man mit Erfolg Fernsehprogramme einem jüngeren Lesepublikum verkauft: TV-Spielfilm bietet die ganze Fülle der Filme in sämtlichen Fernsehkanälen, unterteilt nach Rubriken und inhaltlich bewertet. Die Auflage kletterte prompt auf eine Million verkaufter Exemplare. Bauer mit über vierzig Prozent Marktanteil bei Programmzeitschriften mochte den Herausforderer nicht länger gewähren lassen: In der vergangenen Woche kam TV Movie mit einer Auflage von 1,6 Millionen an den Markt. "Die große innovative Leistung", so kommentierte der Branchendienst Kontakter vorsichtig, komme nicht von Bauer.

Doch Manthey braucht den Machtkampf mit Bauer nicht zu fürchten: Er hatte seine Unternehmen Ende 1989 zu drei Viertel an die Mailänder Rizzoli -Gruppe verkauft, und die gehört Fiat -Chef Giovanni Agnelli. "Wenn ein Herr Agnelli Steine in meinen Garten schmeißt", konterte nun Verleger Heinz H. Bauer, "werfe ich die zurück." Den ersten Treffer freilich landete die Milchstraße: Am Dienstagnachmittag erließ das Hamburger Landgericht die einstweilige Verfügung gegen die Verwendung des Titels TV Movie.

Für Eberhard Martini, den Vorstandssprecher der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, sind die fünf neuen Bundesländer zum Testgelände für einen Versuch geworden, dessen Resultate später auch im Westen der Republik das Bankgewerbe umkrempeln könnten. In der Ex-DDR will die Hypo eine ganz neue Form der Bankfiliale testen: Sie soll billiger sein als herkömmliche Geschäftsstellen. Die Filialen, die eine Hypo-Bank-Tochter mit dem Namen Hypo-Service-Bank (HSB) betreiben soll, werden sich nur mit Routinegeschäften wie Überweisungen, aber auch mit Kleinkrediten befassen. Komoliziertere, aber seltener vorkommende Geschäfte wie Beratung bei Baufinanzierungen oder im Wertpapiergeschäft sollen klassischen Hypo-Bankfilialen vorbehalten bleiben.

Mit dieser neuen Art der Geschäftsstelle, die die Kunden mit bis zu 7,5 Prozent Zinsen sogar für Girokonten locken soll, wollen die Hypo-Banker Geld sparen. Denn diese Filialen werden mit weniger Personal ausgestattet sein als üblich. Zudem sollen die Beschäftigten, die in Schnellkursen angelernt werden, nicht nach dem im Bankgewerbe gültigen Tarif bezahlt werden. Damit können die Münchner Banker ihre künftigen Billigfilialen abends bis 18.30 Uhr und auch samstags vormittags offenhalten.

Eine solche Regelung ist mit den Angestellten des Bankgewerbes wegen der Tarifverträge bisher nicht möglich. Der Bankentarif aber wird in der HSB nicht gelten, weil sie nicht Mitglied im Arbeitgeberverband sein wird. Dem Konflikt mit den Gewerkschaften sieht Bankenboß Martini gelassen entgegen. "Nur keine Bange", macht sich Martini, der auch Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken ist, für den Probelauf selber Mut. "Mit dem bisherigen Kostengefüge können wir nicht überleben."