Elektronisches Gießen

Wir hätten doch sicherlich großes Interesse an Neuigkeiten, vermutet der Erfinder Günther P. aus S. Wie recht er hat: Neuigkeiten sind sozusagen der Dünger unseres Schaffens. Daß sein patentierter „Original Blumendoktor“, an dem er sechs Jahre gearbeitet hat, „eine echte Revolution auf dem Pflanzenmarkt und eine absolute Weltneuheit“ ist, scheint uns nicht übertrieben.

„In und am Gerät sind verschiedene Sensoren befestigt. Einen Sensor steckt man in den Blumentopf. Im Gerät selbst sind 250 Blumen mit den dazugehörigen Werten gespeichert. Zu dem Gerät bekommt der Blumenfreund ein Blatt, wo alle 250 Blumen mit Nummern versehen sind“, schreibt uns Günther P.

Sensor im Blumentopf? Blumen im Speicher? Werte? Nummern? Ein Beispiel bringt Licht ins Dunkel des Urwalds: „Auf dem Blatt ist die Yucca-Palme mit der Zahl 12 angegeben. Man tippt jetzt die Zahl 12 in den Blumendoktor. Das Gerät weiß, daß jetzt Yucca-Palme zu messen ist. Auf einem Bildschirm sehen Sie sofort, was Ihrer Pflanze fehlt.“ Wasser zum Beispiel.

Lama-Business

Wir kommen nicht umhin, eine kleine Meldung im britischen Independent zu würdigen, die sich mit einem kleinen Inserat in der Weihnachtsausgabe des Blattes The Field beschäftigt. Die Anzeige lautete „Llamas for sale“ und stammt von Paul Rose, Inhaber und Züchter der „Cotswold Llama Farm“ in der Nähe von Stow-onthe-Wold. Er verkauft also Lamas, für zwischen 800 und 8000 Mark pro Exemplar. Die Tiere verlören nach der Anschaffung kaum an Wert, versichert Rose enthusiasmiert. „Lamas sind wunderbar, um sie etwa das Familienpicknick tragen zu lassen. Mit einem Lama, können Sie viel Spaß haben, und wenn Sie keine Zeit haben, mit ihm zu spielen, ist es auch froh, einfach nur im Garten grasen zu können.“

Die weiteren Informationen erlauben es erstmals – und das ist das Sensationelle –, den Ende der achtziger Jahre losgebrochenen Lama-Boom quantitativ einzuschätzen. Hier die Verkaufszahlen. Paul Rose berichtet, Michael Jacksons bekanntgewordene Neigung zu diesen Tieren habe die Verkäufe in diesem Jahr auf siebzehn Stück emporschnellen lassen. Seit auch noch Fergie auf ihrer königlichen Kanada-Reise ein Lama geküßt habe, so Rose, stehe auf seiner Lama-Farm das Telephon nicht mehr still. Was nur – so fragt sich selbst der Lama-Kenner an diesem Punkt extremer Spannung, da die kleine Lama-Meldung unvermittelt abbricht – mag das wohl bedeuten?