Alle Jahre wieder werden landesweit eiserne Sparbeschlüsse gefaßt. Wenn das Weihnachtsgeld auf den Girokonten eingeht, nehmen sich Väter, Mütter und Alleinstehende vor, diesmal weniger fürs Fest auszugeben. Aber trotz aller Vorsätze ist der doppelte Lohn dann doch schon lange vor den Feiertagen aufgebraucht. Und statt mit einem kleinen finanziellen Polster im Rücken beginnt das neue Jahr oft mit roten Zahlen.

Im turbulenten Weihnachtsgeschäft verlieren viele die Übersicht über ihre Finanzen. Gefördert wird das durch den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Kreditkarten und electronic cash machen blind, wenn es um den Geldbeutel geht. Wer die Hunderter nicht in die Hand nehmen muß, der gibt sie eben noch schneller aus. Die Zahl Vierhundert ist ebensoschnell auf einen Scheck geschrieben wie die doppelte Summe.

Viele verdrängen dabei, daß Überziehungskredite besonders problematische Schulden sind. Für sie müssen nicht nur die höchsten Zinsen gezahlt werden. Sie sind auch am schwierigsten zu tilgen. Es ist oft leichter, eine Hypothek von 150 000 Mark zurückzuzahlen, als ein Minus von ein paar tausend Mark auf dem Girokonto auszugleichen.

Das laufende Einkommen eines Haushaltes ist normalerweise bereits fest verplant. Löcher auf dem Girokonto müssen deshalb meist aus zusätzlichen Einnahmen gedeckt werden. Das könnte zum Beispiel das nächste Urlaubsgeld sein. Doch wer verzichtet schon gerne darauf, nur weil er sich im letzten Weihnachtsrummel nicht zurückhalten konnte? Nicht selten bleibt das Konto deshalb – zur Freude der Bank – während des ganzen Jahres überzogen: bis das nächste Weihnachtsgeld kommt. Und dann werden wieder landesweit eiserne Sparbeschlüsse gefaßt... per