Sechs Studienreiseveranstalter, bislang in einer Arbeitsgemeinschaft verbunden, haben sich zu einer Vertriebs- und Managementgesellschaft zusammengeschlossen, um ihre Produkte nun geballt anzubieten.

Unter dem Namen „Klingenstein & Partner“ firmieren sechs Unternehmen, die zwar allesamt selbständige Firmen bleiben, ihre Studienreisen jetzt jedoch gemeinsam vertreiben. Erstes sichtbares Ergebnis sind vier Kataloge, in denen Fernreisen, Rad- und Wanderreisen, Fluß – Yacht – Hochseekreuzfahrten sowie Studienreisen in Europa vorgestellt werden. Zu der neuen Gesellschaft gehören Akademische Studienreisen, Heidelberg, Spezialisten für Aufenthaltsreisen mit dem Schwerpunkt Europa, Baumeler Wanderreisen, München, Frankfurter Studienreisen, Hofheim, die vor allem auf Osteuropa ausgerichtet sind, Karawane Studienreisen, Ludwigsburg, deren Angebot sich auf Afrika und Schiffsreisen konzentriert, Klingenstein Studienreisen, München, die vornehmlich Fernaber auch Fahrradreisen im Programm haben, sowie Prof. Kutscher Reisen, Starnberg, die Yachtkreuzfahrten in den Gewässern Griechenlands und der Türkei offerieren. In den neuen Katalogen machen jeweils die Firmensignets sichtbar, wer eine bestimmte Reise veranstaltet.

Einer der Gründe für das Bündnis: Geballt wird das Produkt bei Reduzierungen der Programmpalette im Reisebüro nicht so leicht wegfallen. Ziele der „strategischen Allianz“, sind es, das Angebot zu bündeln, das damit auch überschaubarer wird, da Überschneidungen wegfallen; als größere Gruppe Vorteile beim Einkauf zu erzielen und auch auf bessere Qualität dringen zu können; außerdem werden die Chancen verbessert, Reisen nicht wegen mangelnder Teilnehmerzahl absagen zu müssen. Viel sparen wird der Kunde durch den gemeinsamen Vertrieb allerdings nicht.

Der Anstoß zur verstärkten Kooperation kam ausgerechnet von einem Unternehmen, das zwar zur Arbeitsgemeinschaft gehört, bei der Vertriebsgesellschaft aber nicht mitmacht – Athena Reisen. Man hatte, so Geschäftsführerin Beate Serrano, andere Vorstellungen über ein Modell der Zusammenarbeit. Ein Grund für das Ausscheren ist zweifelsohne die Namensgebung. Athena war für einen neutralen Namen. Den aber, so das Gegenargument von Mix Klingenstein, dessen Unternehmen das größte im Verbund ist, hätte man mit viel Geld erst auf dem Markt einführen müssen. „Nie im Traum darauf gekommen“, einen anderen Namen anzunehmen, wäre auch Wolfgang Schwotzer, Geschäftsführer von Marco-Polo-Reisen, ebenfalls Mitglied der alten Arbeitsgemeinschaft. Seinen „schlagkräftigen“ Firmennamen hätte er auch niemals einer neutralen Marke untergeordnet. So bietet denn auch Marco-Polo sein Produkt weiterhin alleine an, obwohl Schwotzer den Sinn des Zusammenschlusses gar nicht in Frage stellen will.

Für „vernünftig“ hält auch Klaus M. Vetter von Studiosus, dem mit Abstand größten Studienreiseveranstalter, die neue Managementgesellschaft. Angst vor der nun gebündelten Konkurrenz gibt es nicht. Immerhin ist der Umsatz bei Studiosus fast viermal so hoch wie bei der Gemeinschaftstruppe. put