Im Vorstand des Hannoveraner Reifenherstellers Conti galt Ingolf Knaup neben seinem im Mai Knall auf Fall ausgeschiedenen Chef Horst Urban als der zweite Hardliner im Abwehrkampf gegen den Übernahmeinteressenten Pirelli. Am Montag einigte sich Finanzvorstand Knaup mit seinem Aufsichtsrat über die vorzeitige Freigabe aus seinem Mitte 1993 auslaufenden Vertrag. Künftig wird der Manager im dreiköpfigen Vorstand der Schickedanz-Gruppe („Quelle“) für den gesamten Finanzbereich verantwortlich zeichnen.

Der 47jährige, der vor siebzehn Jahren von der Commerzbank zu Conti wechselte und im Schlepp seines Förderers Urban 1988 in den Vorstand aufstieg, begründet seinen Wechsel mit tiefen menschlichen Enttäuschungen. Das Verhältnis zu einer Reihe von Vorstandskollegen und Mitgliedern des Aufsichtsrates einschließlich dessen Chef Ulrich Weiss (Deutsche Bank) hatte in dem mehr als einjährigen Tauziehen um die Eroberungspläne von Pirelli doch Blessuren bekommen. Auch Weiss, der sich vor allem über die desolate Lage des amerikanischen Conti-Neuerwerbs General Tire vom Vorstand nicht immer hinreichend informiert fühlte, dürfte über Knaups Weggang Ende Februar nicht unglücklich sein – selbst wenn ein Nachfolger noch nicht feststeht.

Moskaus legendäres und berühmtes Warenhaus Gum soll nun auch privatisiert werden. Beauftragt wurde damit die französische Bank Crédit Commercial de France. Ob die Aktion allerdings wie geplant im Mai 1993 zum hundertjährigen Bestehen des von russischen Kaufleuten gegründeten Hauses abgeschlossen werden kann, scheint gegenwärtig durchaus zweifelhaft. Denn allzu unsicher sind Rechts- und Gesetzeslage für eine solche Aktion im frischgegründeten Rußland.

Viel konkreter ist da das Vorhaben der Essener Karstadt AG: Vom kommenden Frühjahr an will der größte heimische Warenhauskonzern auf rund 900 Quadratmeter Verkaufsfläche innerhalb des Gum ein ausgewähltes Sortiment von Bekleidung, Haushaltswäsche und technischem Gerät offerieren. „Geld“, so versichert Bernd Hebbering, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Karstadt, „werden wir nicht verlieren.“ Die Ware wird nur gegen Mark und Dollar verkauft, die in der zerfallenden Sowjetunion längst zu gebräuchlichen Währungen geworden sind.

Autofahrer, die einen Wagen mit geregeltem Drei-Wege-Katalysator benutzen, haben oft völlig zu Unrecht ein gutes Gewissen in Sachen Umwelt. Wird nämlich das Gaspedal voll durchgetreten, produzieren moderne Benzinmotoren mit Kat fast ebensoviel Schadstoffe wie solche ohne die Reinigungsanlage im Auspuff. Zu diesem Ergebnis kamen Ingenieure des TÜV Rheinland im Auftrag des Umweltbundesamtes bei einem Feldversuch mit 350 Testwagen.

Vor allem beim Ausstoß von Kohlenmonoxiden (CO) und Kohlenwasserstoffen (HC) ergaben sich im Vollastbetrieb kaum Unterschiede zwischen den Automodellen mit und ohne geregelten Kat. Der Grund: Um die volle Leistung aus einem Benzinmotor herauszukitzeln, benutzen die Konstrukteure einen simplen Trick. Ein Schalter sorgt bei Vollgas für ein angefettetes Benzin-Luft-Gemisch, das den Katalysator weitgehend außer Gefecht setzt.

Nach Berechnungen des Verbands der Automobilindustrie machen Vollastfahrten zwar lediglich knapp drei Prozent der gesamten Betriebszeit eines Autos aus. Aber für die Anhänger eines generellen Tempolimits auf Autobahnen liefern die TÜV-Resultate ein gutes Argument. Auch die Besitzer leistungsstarker Wagen können ihre Fahrzeugwahl verteidigen: Sie fahren ohne Vollastanfettung schneller als mancher Kleinwagen-Chauffeur mit Bleifuß.