Satire hat eine jahrtausendealte Tradition. „Der Satiriker“, so sagte Kurt Tucholsky, „ist ein gekränkter Idealist: er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.“ Satire bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird. Und sie bläst Weihrauch weg, damit man die Wirklichkeit erkennt. Was darf Satire? Tucholsky: „Alles!“ Schon das zeigt den universellen Anspruch von Satire – als Weltgesetz.

Die moderne Wirtschaftssatire beginnt mit Professor Cyril Northcote Parkinson und „Parkinson’s Law“. Es lautet: Arbeit dehnt sich entsprechend der dafür verfügbaren Zeit.

Darauf fußend, hat Parkinson seine Zeit genutzt, um eine Fülle von Gesetzmäßigkeiten des Wirtschaftslebens herauszuarbeiten, speziell die Gesetzmäßigkeit des unaufhaltbaren Wucherns der Bürokratie. Kritisch ist jedoch anzumerken, daß Parkinson einen funktionalen Zusammenhang zwischen dem Arbeitsanfall einer bürokratischen Institution und ihrer personellen Aufblähung annahm, während inzwischen nachgewiesen ist, daß – mit dem Fortschritt von der Bedarfsdeckungswirtschaft über die Bedarfsweckungswirtschaft zur Arbeitsbeschaffungswirtschaft und dann zur aktuellen ’Arbeitsplatzbeschaffungswirtschaft – ein solcher funktionaler Zusammenhang nicht besteht. Die personelle Wucherung bürokratischer Institutionen vollzieht sich unabhängig vom Arbeitsanfall.

Als zweiter renommierter Theoretiker im Bereich der Wirtschaftssatire ist Professor Laurence Peter zu nennen und „Peter’s Principle“. Es lautet: In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.

Wer sich im Kreis seiner Bekannten und Geschäftsfreunde umsieht, wird viele lebende Beweise für die Richtigkeit dieses Prinzips erblicken. Typisch ist der exzellente Kfz-Mechaniker, der völlig versagt, wenn er zum Werkstattleiter ernannt wird und es nicht mehr mit Motoren, sondern mit Menschen und ihrer Motivation zu tun hat. Der weltpolitische Ansatz von „Peter’s Principle“ liegt in der Frage, ob dieses Prinzip auch für Nationen und ihren Aufstieg auf die Stufe der Handlungsunfähigkeit gilt.

Neben „Parkinson’s Law“ und „Peter’s Principle“ gehört „Murphy’s Law“ zu den Grundgesetzen der Wirtschaftssatire. Es lautet:

Nichts ist so einfach, wie es aussieht. Alles dauert länger, als man denkt. Alles kostet mehr als veranschlagt. Und wenn etwas schiefgehen kann, dann geht es auch schief.