Elisabeth Höller erzielte mit ihrer defensiven Strategie einen glänzenden Abschluß

Von Reinhold Rombach

Viele Anleger warten in diesen Tagen auf Post von ihrer Hausbank. Mit den Jahresdepotauszügen steht die Abgabe eines Gütenachweises an: Hat der Anlageberater erfolgreich agiert, oder hat er nur ein karges Zubrot erwirtschaftet, am Ende gar Verluste eingehandelt, lautet die Frage.

Es gibt etliche Banker, die den Offenbarungen dieser Formbriefe mit gemischten Gefühlen entgegensehen müssen. Mit griffigen Argumenten verweisen sie auf die ach so schweren Börsenzeiten und darauf, daß es andere wahrscheinlich auch nicht besser hinbekommen haben.

In Wahrheit jedoch hat gerade dieses Jahr gezeigt, was des Börsianers wahre Kunst ist: auch in schwierigen Phasen mit Geduld und Stehvermögen Geld zu verdienen. Die Entwicklung im ZEIT-Börsenspiel legt davon ein beredtes Zeugnis ab. Selten zuvor waren die Unterschiede im Klassement so kraß wie in diesem Jahr, wirkten die verschiedenen Anlagestrategien der Akteure so durchschlagend, im Guten wie im Schlechten.

Elisabeth Höller löste ihre Aufgabe im widrigen Börsenumfeld bravourös. Die Chefin der gleichnamigen, in Zürich beheimateten Vermögensverwaltung startete vorsichtig in den Januar, hielt von Anfang an einen hohen Kassenbestand und agierte mit Aktien sehr zurückhaltend. Nur allererste Qualität wurde ins Depot genommen, gemäß der Vorgabe: Defensiv ist gut am Ende eines Konjunkturzyklus.