Eine Studie untersucht die Bedeutung der Mentalität für den Wohlstand

Warum gibt es Arme und Reiche auf der Welt? Die Armen, so die konservative Antwort, sind an ihrem Los selbst schuld: zu faul, zu unflexibel, zu undiszipliniert, zu affektgeladen. Nein, antworten die Progressiven, es sind die Verhältnisse, die arm machen. Man muß nur Einkommen und Ressourcen gerechter verteilen, dann verschwindet auch die Armut. In den sechziger und siebziger Jahren neigte die Mehrheit der Experten den Progressiven zu, die achtziger Jahre waren die hohe Zeit der Konservativen. Jeder ist seines Glückes Schmied, so hieß die Losung; Alle Umverteilungsversuche lähmen nur den Fleiß der Reichen und fördern die Faulheit der Armen.

Heute ist die Kluft zwischen Arm und Reich so tief wie schon lange nicht mehr, und angesichts der Zustände in der South Bronx, in Liverpool oder in Hoyerswerda ist auch den Reichen der fröhliche Egoismus der achtziger Jahre abhanden gekommen. Was also liegt näher, als dem Phänomen von Armut und Reichtum mit einer neuen Theorie zu begegnen? Ansätze dazu glaubt Meinhard Miegel gefunden zu haben, Leiter des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn (IWG). Er legte jetzt eine neue Studie vor:

Meinhard Miegel u.a.:

Wirtschafts- und arbeitskulturelle Unterschiede in Deutschland

Zur Wirkung außerökonomischer Faktoren auf die Beschäftigung;

eine vergleichende Untersuchung Verlag Bertelsmann Stiftung Gütersloh, 150 S., 12,- DM