Die Sätze passen nicht zusammen, sie passen nicht zur Wahrheit, sie haben nur einen Inhalt: Hans Modrow kommt in ihnen nicht vor.

Und Wolfgang Berghofer, der nun auch noch in Verdacht geraten ist, der Stasi als "Gesellschaftlicher Mitarbeiter Sicherheit" (GMS) Informationen über seine Kontakte zu oppositionellen Gruppen geliefert zu haben? Er sagt, wenn er seine Mitwirkung verweigert hätte, dann hätte er jeglichen Einfluß auf erhoffte Reformen verloren. "Ich konnte die Stadt in dieser schwierigen Zeit nicht verlassen." Immerhin gesteht er "politische Mitverantwortung und moralische Belastung" ein. Nein, er sei "kein Widerstandskämpfer" gewesen. Er sagt alles und damit nichts. Bedingungslos anpasserisch führt er einen Balanceakt vor, in der Hoffnung auf gute Haltungsnoten.

In dieser Woche hört das Gericht Egon Krenz und andere Spitzenfunktionäre. Schon jetzt aber ist deutlich, auf welch jämmerliche Weise der Staat DDR seinen Bürgern die "Verantwortung" abgenommen hat, "für den Staat zur Wahl zu gehen".

Diesen Satz hatte der Zeuge Günther Sobe gesprochen. Und man hatte ihn zunächst nicht verstanden.