DIE ZEIT

Ohne Kultur

Jahrzehntelang war Die Welt eine der vier deutschen Tageszeitungen von bundesweitem Gewicht. Dann zeigte das Flaggschiff des Springer-Konzerns immer mehr Schlagseite.

Das Jahr der Krise?

Streik in der Stahlindustrie? Das wäre ein schlechter Auftakt für ein Jahr, in dem die Konjunktur auf der Kippe steht. Und es wäre ein falsches Signal vor den Tarifrunden, die in anderen Branchen anstehen.

Auf dem Rückzug

Gerade zwei Wochen ist es her, daß der Bundeskanzler den Deutschen vollmundig eine zu Buche schlagende Friedensdividende versprach.

Friedlich

Gebannt und besorgt verfolgt die Welt, wie die Erben der Sowjetunion mit dem Nachlaß von siebzig Jahren Kommunismus und 45 Jahren Weltmacht fertigwerden.

Zeitspiegel

Sterben nach den Deutschen nun auch die Rumänen aus? In Bukarest wächst jedenfalls ob des deutlichen Rückgangs der Geburtenzahlen eine Furcht, die schon hierzulande wilde Blüten trieb.

Wolfgang Ebert: Vatermord

"Aber leider nicht im Einklang mit der Realität. Kaum kam es, seiner Prophezeiung zum Trotz, doch zum Krieg, prophezeite er einen Heiligen Krieg der arabischen Volksmassen und eine schwere Niederlage des Westens.

KOLUMNE: Neues Unrecht

Man stelle sich vor: In Hessen oder Bayern hat jemand vor zehn Jahren ein Haus gekauft, an dem der Zahn der Zeit arg genagt hatte.

Nachlese: Der Fall Drewermann: Von der Kanzel gejagt

Besser als mit schlechtem Stil hätte Erzbischof Degenhardt nicht beweisen können, was er nicht wahrhaben will. In der Sakristei, nach der Abendmesse, die Eugen Drewermann gerade mit dem Friedensgruß beendet hatte, ließ der Paderborner Oberhirte vorigen Samstag dem Theologiedozenten, Priester und Psychotherapeuten durch einen Ordinariatsrat als Boten einen Brief überreichen: das Verbot zu predigen.

Weltbühne: Motte oder Schmetterling?

Wer denkt schon nach dem mißglückten Bush-Besuch in Tokio an die Gastgeber? Dabei hatten sie sich von der Reise einiges erhofft – nämlich die Anerkennung durch die Weltmacht Nummer eins als konstruktiver Partner in der internationalen Politik.

Rückblick: Soldaten diszipliniert: Ins Bein geschossen

Ob Gerhard Stoltenberg noch Bundesminister der Verteidigung ist, wenn – vielleicht in einem Jahr – das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe über das Grundrecht von Soldaten auf freie Meinung entscheiden muß, steht dahin.

Bonner Bühne: Der Klang von Kreuth

Björn Engholm, der Braungebrannte, hat das blasse Bonn nicht überrascht. Nachdem er in Namibia unerschrocken dem Ozonloch die Stirn geboten hatte, widersetzte er sich nun abermals dem Drängen Hans-Ulrich Kloses nach Klarheit in der Kandidatenfrage.

Der letzte Lesestoff

"Was mich skeptisch, traurig und wütend macht, ist die Art und Weise, wie die Vereinigung ablief und noch abläuft. Dabei sind menschliche Werte wie Würde, Anstand und Schamgefühl auf der Strecke geblieben.

Niedersachsen: Superschau-Spiel

Expo 2000 – ja oder nein? Das ist nun keine Frage mehr, die die Politiker unter sich ausmachen können. Alle volljährigen Hannoveraner und Ausländer, die mindestens drei Jahre in der Landeshauptstadt leben, sollen mitentscheiden.

Stasi in der Produktion

Im Herbst 1989 zogen die Montagsdemonstranten an der Leipziger Zentrale der Staatssicherheit vorbei und riefen: "Stasi in den Tagebau" oder "Stasi in die Produktion".

Bonner Kulisse

In der Geschichte der FDP-Parteigelder spielte der Vorsitzende Otto Graf Lambsdorff mit seiner Spendenaffäre eine zentrale Rolle.

Freizeit: Losgelöst

Die Arbeitgeber haben es eigentlich immer schon geahnt, Arbeitszeitverkürzung bringt mehr Streß als Erholung. Jetzt haben sie unverhofft Unterstützung von professionellen Freizeitforschern erhalten.

Telekom: Lüstern

Postminister Christian Schwarz-Schilling und sein Kollege aus dem Finanzressort, Theo Waigel, sind sich wieder einmal einig: Der Fernmelderiese Telekom müßte endlich privatisiert werden.

Krankenscheine: Leserlich

Die Ärzte können weiterkritzeln. Der elektronische Krankenschein läßt auf sich warten. Eigentlich sollte bis Anfang des Jahres jeder Patient eine Versicherungskarte mit acht Angaben zur Person haben; so steht es im Gesundheitsreformgesetz.

Rudolf Engen: Björn Klotaine

"Selbstverständlich", versichert EMMA-Direktionsassistent Dr. Günter P., "only blessings in disguise." Während die SPD-Pressestelle deswegen im deutsch-englischen Wörterbuch nachschlägt, ruft Dr.

Zeitungen: Aufgepeppt ins Abseits?

Weltblätter, so teilte die Welt ihren Lesern mit, "werden in den Zentren der Politik geschrieben. Die Welt wird jetzt in Bonn gemacht.

Josef Neckermann: Sein Name als Programm

Sein Name gilt als Synonym für einen Teil des Wirtschaftswunders der fünfziger und sechziger Jahre. Als Gründer und langjähriger Chef des gleichnamigen Versandhauses steht der jetzt im Alter von 79 Jahren verstorbene Josef Neckermann dafür, daß auch im hintersten Winkel der jungen Bundesrepublik die Früchte der Marktwirtschaft via Nachnahmepaket ins Haus kamen.

Markt-Report: Keine Angst vor Streik

Der deutsche Aktien- und Rentenmarkt ist mit Kursgewinnen ins neue Jahr gestartet. Allerdings wurde der Anstieg immer wieder durch Gewinnmitnahmen unterbrochen.

Börsenspiel: Skeptisch in die neue Runde

Auch im sechsten Jahr seines Bestehens verspricht das ZEIT-Börsenspiel einen spannenden Verlauf zu nehmen. Es ist schon im Normalfall eine aufregende Sache, renommierten Börsianern über die Schulter zu schauen, an ihren Anlageüberlegungen teilzuhaben und vielleicht für den eigenen Börsenalltag das eine oder andere Wissenswerte aufzuschnappen.

Widerspenstig

Die Bundesbank läßt sich von niemandem ins Bockshorn jagen, wenn es gilt, die Stärke der D-Mark zu verteidigen und die Inflationsrate niedrig zu halten.

Manager und Märkte

Robert Lutz, über BMW und Ford zum drittgrößten amerikanischen Autoproduzenten Chrysler gestoßen und dort unter Lee Iacocca die Nummer zwei im Management, ist anderer Meinung als sein Chef.

Kuhhandel statt Freihandel

Nach dem Bush-Besuch: Nippons Konzernbosse müssen den Großen Drei aus Detroit unter die Arme greifen

Automobilindustrie: Auf der Spur der Japaner

Fahre italienisch, damit die nationale Autoindustrie nicht unter die Räder kommt", so lautete die Schlagzeile einer doppelseitigen Gemeinschaftsanzeige der italienischen Autoindustrie.

Umgang mit dem Tod: Memento mori

Es gibt Bücher, die ersetzen Bibliotheken. Das des Schweizer Psychotherapeuten Gion Condrau gehört dazu. Wie ein altmodisches Lehrbuch kreist es den Gegenstand seiner Betrachtung ein.

Erst die Moral, dann die Hilfe

AACHEN. – Schon immer waren mit der Vergabe von Entwicklungshilfe Bedingungen verbunden – ausgesprochene oder unausgesprochene.

Wer wirft den ersten Stein?

JENA. – Die Jagd auf Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit ist offen, und die Zahl der Jäger wächst ständig.

Die Suche nach den Unbefleckten

AUSTIN/TEXAS. – Auf die Stasi-Anschuldigungen gegen den Rektor der Ostberliner Humboldt-Universität, Heinrich Fink, werden viele – wie ich – mit Unglauben reagieren.

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