Die Arbeitgeber haben es eigentlich immer schon geahnt, Arbeitszeitverkürzung bringt mehr Streß als Erholung. Jetzt haben sie unverhofft Unterstützung von professionellen Freizeitforschern erhalten. Das Hauptproblem der Menschen in den nächsten Jahren sei es, mit dem ständig wachsenden Anteil arbeitsfreien Lebens umzugehen, hat Horst W. Opaschowski, Leiter des BAT-Freizeit-Forschungsinstituts in Hamburg, in seiner Studie "Freizeit 2001" diagnostiziert. Wissen doch die Deutschen meist in ihrer freien Zeit nichts besseres anzufangen, als sich in ihr Auto zu schwingen und damit Staus, Streß und Umweltzerstörung zu bewirken.

Langeweile, so der Forscher, sei auch der Schlüssel zur Erklärung eines neuen Freizeitphänomens: Freizeit-Überdruß wird durch Nervenkitzel – Thrilling genannt – kompensiert. Hooligans, Autoraser und Bungee-Springer seien die Vorboten dieser Entwicklung. Es fragt sich freilich, ob die Forscher hier nicht den Tücken der Korrelationsrechnung erlegen sind: Wenn zwei Entwicklungen parallel verlaufen, muß die eine noch lange nicht von der anderen abhängen. dhl