Postminister Christian Schwarz-Schilling und sein Kollege aus dem Finanzressort, Theo Waigel, sind sich wieder einmal einig: Der Fernmelderiese Telekom müßte endlich privatisiert werden. In der Tat gibt es etliche Gründe dafür, den Staatsbetrieb in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Doch der Schulterschluß der beiden Minister muß für die Telekom und deren Kunden nicht unbedingt von Vorteil sein.

Waigel dürfte nämlich vor allem eines im Auge haben: Wird die Telekom versilbert, bringt das finanzielle Entlastung. Aus seinem Haus verlautet, daß der Verkauf von nur einem Viertel des profitablen Unternehmens bereits fünfzehn Milliarden Mark in die Kasse spülen könnte. Nur in welche, das ist die Frage. Zwar liegt der Gedanke nahe, mit dem Erlös die wegen immenser Investitionen klamm gewordene Telekom aufzupäppeln. Allerdings ist zu befürchten, daß das Geld schlicht und einfach dem Bund zugute kommt.

Schon einmal ließ es Schwarz-Schilling zu, daß Waigel wegen eigener Geldnöte die Abgaben der Telephongesellschaft an den Bund erhöhte. Der kleine Kompromiß der beiden Politiker seinerzeit läßt für die Telekom nichts Gutes erwarten. lüt