Anlageprofis setzen zum Jahresbeginn auf Sicherheit

Von Reinhold Rombach

Auch im sechsten Jahr seines Bestehens verspricht das ZEIT-Börsenspiel einen spannenden Verlauf zu nehmen. Es ist schon im Normalfall eine aufregende Sache, renommierten Börsianern über die Schulter zu schauen, an ihren Anlageüberlegungen teilzuhaben und vielleicht für den eigenen Börsenalltag das eine oder andere Wissenswerte aufzuschnappen. Richtig spannend wird es freilich dann, wenn in der Spätphase einer Hausse, in der sich die internationalen Börsen derzeit befinden, der Rat eines Aktienprofis für die Wertentwicklung eines Depots doppelt wichtig wird. Bleiben die Zinsen in Deutschland hoch, würgen sie gar die Konjunktur ab? Kommen die Vereinigten Staaten aus ihrer Rezession heraus? Wie geht es mit dem immensen Kapitalbedarf im Osten weiter? Die Finanzmärkte stellen sich diesen Fragen täglich neu, und die Antworten sind schwierig wie nie zuvor.

Da kann, wer nicht über den nationalen Tellerrand hinausschaut, leicht ins Hintertreffen geraten. Im ZEIT-Börsenspiel treten nach dem Motto "Drei Augenpaare aus drei Ländern sehen mehr im internationalen Börsengeschehen" Finanzprofis aus der Schweiz, aus Österreich und aus Deutschland an: Elisabeth Höller aus Zürich als Vorjahressiegerin, Stefan Zapotocky aus Wien und Volker H. Düber aus Frankfurt.

Es geht darum, mit wohlüberlegten und fundierten Anlageentscheidungen innerhalb eines Jahres aus 100 000 Mark Startkapital möglichst viel Geld zu machen – oder, falls die Börse abstürzen sollte, möglichst wenig Kapital zu verlieren. Auch solche Kunststücke könnten in den kommenden Monaten durchaus erforderlich werden.

Beim Aufbau des Regelwerkes wurde versucht, möglichst realitätsnah zu bleiben. So dürfen die Akteure zu jeder Zeit Aktien kaufen und wieder abstoßen, brauchen also nicht auf bestimmte Redaktionsschlußtermine Rücksicht zu nehmen. Auch bei den Kursen werden sie so behandelt wie jeder normale Bankkunde auch. Das heißt, jede Order wird nach dem Eingang in der Spielzentrale zum nächstmöglichen Börsenkurs ausgeführt. In der Praxis bedeutet das für Inlandstitel zu Frankfurter Kassakursen. Und bei Auslandswerten gilt die entsprechende Notierung an der Heimatbörse.

Wo immer ihnen auf der Welt ein Titel kaufenswert erscheint, können die drei Teilnehmer Aktien oder Optionsscheine auf Aktien erstehen. Dabei versteht sich von selbst, daß die Regeln des Fair play eingehalten werden: Marktenge Titel, die sich mühelos mit einigen kleinen Kauforders nach oben treiben lassen, sind tabu. Wer schwache Börsentage – und daran wird es vermutlich keinen Mangel geben – einigermaßen gefahrlos überstehen will, kann bis zu vierzig Prozent seines Vermögens sicher in der Kasse verwahren. Die Zeit, in der ein Mitspieler auf Bares setzt, wird sogar versüßt: Das Guthaben in der Kasse wird zum jeweiligen Tagesgeldsatz verzinst.