Ruckfreie Fahrt

Noch ist das neue Jahr nicht so alt, als daß es für gute Vorsätze zu spät wäre. Insofern freuen wir uns nachhaltig über eine Broschüre der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, die uns zu den Festtagen erreichte, auf Grund einer allzu flüchtigen ersten, Beurteilung jedoch seitdem weitgehend unbeachtet herumlag. Letzteres mag vielleicht damit zu erklären sein, daß das Thema („Frauen und ÖPNV“) nicht sehr anspringt, zu entschuldigen ist unsere Nachlässigkeit aber nicht. Wer sich etwas Zeit nimmt, wer sich einläßt auf dieses Werk aus dem Hause des Ministeriums für die Gleichstellung von Frau und Mann, der tut es am Ende mit Gewinn, auch mit Scham. „Ein frauenspezifisches Programm für den öffentlichen Personennahverkehr“ – wir können nur sagen, endlich! Gibt es ein Thema, das je mit sorgloserer Ignoranz ausgespart wurde? Wer in der Arbeit des Düsseldorfer Ministeriums geschmökert hat, weiß die Antwort. Beispiel „Fahrweise“: „Die Fahrweise der Fahrerin oder des Fahrers sollte entspannt sein; dabei helfen Bussonderspuren oder Beschleunigungsprogramme für das Fahrzeug.“ Wie die Broschüre hervorhebt, ginge es dabei nicht um „Geschwindigkeitsrekorde“ der Bahnen und Busse, „sondern vor allem um eine gleichmäßige, ruckfreie Fahrt“. Wie das Ministerium weiter herausgefunden hat, genössen Schienenfahrzeuge einen Komfortvorteil, „sie fahren in der Regel stetiger und ruckfrei“. Folgerung für „Frauen und ÖPNV“: Durch den Rückbau von Bushaltebuchten fielen lästige Einfädelzeiten fort, „das häufig als unangenehm empfundene Einschwenken des Busses in den Haltestellenbereich entfällt“.

Da aus Platzgründen an dieser Stelle leider eine weitere Auswertung der Broschüre entfallen muß, hier ein kleiner Hinweis. Die Broschüre kann jeder bekommen, man muß es nur wollen und dem Ministerium für die Gleichstellung von Frau und Mann des Landes NRW in Düsseldorf einen Brief schreiben.

Streibls treue Diener

Die Süddeutsche Zeitung hält fest: „Mit einem Ständchen zu seinem 60. Geburtstag erfreuten die Mitarbeiter der Staatskanzlei am Mittwoch ihren Ministerpräsidenten Max Streibl. Weil es sich um ein Lied mit vielen, schwer im Gedächtnis zu behaltenden Zeilen handelte, traf der Personalrat Vorsorge. Er verteilte kleine Handzettel. Auf denen war in Großbuchstaben der Text des Geburtstagsliedes zu lesen:

ZUM GEBURTSTAG VIEL GLÜCK

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