Staatschef Frederik Willem de Klerk und ANC-Führer Nelson Mandela bahnen den mühsamen Weg in eine schwarz-weiße Zukunft

Von Marion Gräfin Dönhoff

Johannesburg, im Januar

Wie absurd die Macht, die so siegesgewiß daherspazierte, im Rückspiegel wirkt, wurde deutlich, als die allmächtige Sowjetunion, vor der so viele Regierungen gezittert haben, und auch die allgewaltige Partei, die so viele Untertanen in Schrecken versetzte, eines Tages, einem Kartenhaus gleich, zusammenbrachen.

Auf der südlichen Welthälfte gibt es einen ähnlichen Vorgang. Auch in Südafrika hatten die Herrschenden geglaubt, sie könnten die Unterdrückten für alle Zeiten in Abhängigkeit halten. Darum erfanden sie immer neue diskriminierende Gesetze, erließen Tausende von ausgeklügelten Verordnungen, die das Leben der Schwarzen durch drastische Vorschriften einschränkten und deren Verletzungen sie mit Bannung oder Gefängnis bestraften. Aber auch in Südafrika brach die unbegrenzte Machtfülle eines Tages zusammen.