DIE ZEIT

Nichts Neues in Nahost

In der Theorie ist Israel die einzige Demokratie, die der Nahe Osten zu bieten hat. In der Praxis versagt diese Demokratie. Seit Jahren haben die Israelis keine Regierung, die ihnen beschafft, was sie am meisten ersehnen: eine vernünftige Wirtschaftspolitik und einen dauerhaften Frieden.

Rat für Rußland

Der Westen hat wenig Freude an seinem Sieg im Krieg der Systeme. Epochale Aufgaben muß er lösen: das einstige Reich des Bösen in die Weltwirtschaft integrieren, Hungerrevolten und einer Völkerwanderung vorbeugen, eine Atomkatastrophe aus Schlamperei oder Kalkül zu verhindern suchen.

Gehilfe

Zum ersten Mal in der mehr als zwei Jahrzehnte alten Geschichte des (west-)deutschen Terrorismus hat sich ein Mordgehilfe freiwillig gestellt; er hat seinen Tatbeitrag an der Ermordung des Bankiers Alfred Herrhausen gestanden.

Aus der Box

Wo sind Schmidts Erben? fragte die SPD-Bundestagsabgeordnete Elke Leonhard in einem jüngst erschienenen Buch. Die Antwort war bisher niederschmetternd: in Lübeck und der Lüderitzbucht, in Saarbrücken und in Siena, in Mümmelmannsberg und Mexiko – überall, bloß nicht im Zentrum der deutschen Politik.

Die Falle des Entweder-Oder

Es ist absurd. Kaum sind die alten Ketten gesprengt, werden in Eile neue geschmiedet. Kaum sind die scheinbar ewigen Widersacher Kommunismus und Antikommunismus im Orkus verschwunden, da hat man in Deutschland offenbar nichts Dringenderes zu tun, als neue Freund-Feind-Konstruktionen zu errichten.

Zeitspiegel

Von der New York Times wurde Helmut Kohl vorgehalten, er habe von einem Bonner „Sieg“ in der Anerkennungspolitik gegenüber Kroatien gesprochen.

Neues von „Czerni“

Am 22. Februar 1991 wurde Lothar de Maiziere durch den damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble, wie es seinerzeit hieß, „rehabiliert“.

Wolfgang Ebert: Verfolgungswahn

Diese Schande bringt mich noch um – am liebsten möchte ich im Erdboden versinken, um von niemandem erkannt zu werden“, jammerte der sonst immer strahlende, zu Scherzen aufgelegte Freddi Kahl vor sich hin.

Jelzin bleibt auf Kurs

Viele Jahre hat der Westen verkannt oder verdrängt, daß die alte Sowjetunion längst die größte und nördlichste Region der Dritten Welt war.

Störfaktor Bayern

Mit dem Prager Verhandlungspartner ist Bonn seit vergangenem Herbst über den Nachbarschaftsvertrag einig. Beim Besuch des Bundespräsidenten im Oktober wurde das ausgehandelte Werk von den Außenministern paraphiert.

Ben Witter: Angetippt

Passen sie nicht alle in einen Topf, die Klatschtanten und Tratscher, die Schlüssellochgucker und Einflüsterer, die Briefdiebe und Anschwärzer, die Bettlauscher und Ätsch-Typen? Und hat man sie endlich drin, springt der Deckel wieder auf.

Der leise Prophet

Der katholische Theologe Eugen Drewermann will eine Religion für moderne Menschen

Bonner Bühne: Von Café zu Café

Ein "Café Genscher" ist am 15. Januar in Split eröffnet worden. An diesem Tag nämlich nahm die Bundesrepublik ihre diplomatischen Beziehungen zu Kroatien auf.

Nachlese: Nordirland: Ein Lied nach dem Tod

Die irisch-republikanische Armee (IRA), die am vergangenen Freitag sieben protestantische Bauarbeiter ermordete, braucht keinen Friedenskompromiß für Nordirland zu fürchten: Der geistige Vater des Verhandlungsprozesses, der britische Nordirlandminister Peter Brooke, hat seine Autorität mit einem peinlichen Lapsus verspielt.

Weltbühne: Charakterforschung

Hat er oder hat er nicht? Kaum tritt der amerikanische Wahlkampf in seine erste ernstzunehmende Phase, da wird das Wahlvolk schon ins Abseits gelockt.

Schmarotzer, Postenjäger und Raubritter: Ein Staat in Agonie

Die Kameras werden die Probleme des Alltags ausblenden, wenigstens für zwölf Tage im Juni. Dann kann sich der brasilianische Präsident Fernando Collor de Mello im Glanz der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung sonnen, darf er die dunklen Machenschaften der Politik im eigenen Lande, die schmutzigen Geschäfte der Abgeordneten und Minister in Brasilia einmal vergessen.

Niedersachsen: Chaotische Zustände

Im Südwesten der Stadt, kurz vor dem Ortsausgang, liegt eine verlassene Autowerkstatt, auf dem Hof stehen beige, blaßgelbe, graue Trabis und Wartburgs.

Jetzt, wo alles vorbei ist

„Daß eine junge Frau, die vor zehn Jahren zu meiner Frau geworden ist, so nahe, so tief, so ernst meine Sorgen als ihre eigenen empfindet.

Berlin: Eine Frage der Ehre

Für eine Richterin, die im Namen des Volkes Recht sprechen soll, redet sie leise, viel zu leise. Und für den Beinamen "Rote Cathrin", den die Berliner Boulevardpresse ihr angehängt hat, wirkt sie um etliches zu schüchtern und zu zerbrechlich: Cathrin Junge, Ostberliner Richterin im Wartestand und seit Oktober Streitfall in den Berliner Medien und im Senat.

Baden-Württemberg: Friedhof mit Kuscheltieren

Rita Heininger hat ihren siebenjährigen Sohn vor zwei Jahren durch ein tragisches Unglück verloren: Heimlich holte Markus eines Tages den friedlichen Familien-Schäferhund aus dem Zwinger, um mit ihm zu spielen.

Bayern: Leises Schnarchen

Mit 103 000 Einwohnern ist die Universitäts- und Siemensstadt eine der kleinsten Großstädte Bayerns, doch kaum jemand weiß das.

Baden-Württemberg: Hauen und Stechen

Der Abteilungsleiter beschimpft den Hauptabteilungsleiter. Der Fernsehdirektor schweigt, weil der Intendant auch nichts sagt, und der Pressesprecher weiß nichts.

Neuer Zank, neue Chance

Eigentlich kann gar nichts mehr schiefgehen – jeder ist für Umweltschutz: die Regierung in Bonn, die nach den Worten von Bundeskanzler Helmut Kohl den Umweltschutz zur zweitwichtigsten Aufgabe nach der Bewahrung des Friedens erkoren hat; die Unternehmer, deren Sprecher sich ohne Zaudern zu ihrer ökologischen Verantwortung bekennen; und nun auch die Gewerkschaften, die im Umweltschutz ein neues Betätigungsfeld entdecken.

Mercedes-Benz: Gebremst

Wenn Manager mit Großinvestitionen winken, erwarten sie in der Regel von den Politikern des Landes Vorzugsbedingungen: Zuschüsse aller Art, Steuerbefreiungen und billige Kredite.

Bonner Kulisse

Kaum ein zweites Thema der Wirtschafts- und Finanzpolitik eignet sich so gut als Stoff für Märchen wie der Subventionsabbau.

Udo Perina:: Abschied von der Provinz

Theo Waigel will Schummlern an der Börse das Leben schwermachen: Ein Bundesaufsichtsamt für das Börsen- und Wertpapierwesen soll künftig für saubere Verhältnisse auf dem Parkett sorgen.

Rüstungsexport: Gestopft

Das war sicher Zufall: Just in dem Moment herrschte endlich Klarheit über das neue Exportkontrollgesetz, als den Deutschen die Mitverantwortung für Saddam Husseins Arsenal an Massenvernichtungswaffen noch einmal besonders kraß vor Augen geführt wurde.

Daimler-Benz: Immer Streit ums Geld

Für Jürgen E. Schrempp war es ein ganz großes Ereignis. In den Tagen vor Weihnachten konnte der stolze Vorstandsvorsitzende der zu Daimler-Benz gehörenden Deutsche Aerospace AG (Dasa) ein Jahresergebnis verkünden, das alle Erwartungen übertraf.

Rudolf Engen: PS aus Bonn

Immer wenn Briefe für Minister eingehen, werden sie in Bonn selten von Ministern gelesen, vielmehr vom Ministerbüro (MB) an den zuständigen Abteilungsleiter (AL) geleitet, ggf.

Minol: Französisches Kraftpaket

Als am Freitag vergangener Woche der Vorstandsvorsitzende der Minol AG, Wolfgang Burkhardt, seinen versammelten Führungskräften die Privatisierungsentscheidung der Treuhandanstalt verkündete, knallten in der Berliner Zentrale des einstigen DDR-Tankstellenmonopolisten die Sektkorken.

Offene Wunde

Der seit Monaten schwelende Streit um die Milliarden-Vermögen der ehemaligen DDR-Massenorganisationen eskaliert. Für neuen Zündstoff sorgte nun der Bundesrechnungshof durch seine Zweigstelle in Berlin.

Umweltkonferenz der Vereinten Nationen: Beton in den Köpfen

Über qualmende Müllhaufen und stinkende Abwasserkanäle hinweg, hoch über den Baracken der Favelas, überbrückt die Autobahn den Weg vom Flughafen bis zur Einfahrt in den Tunnel, der durch die Berge in die bessere Hälfte der Stadt führt.

Ausgeschlossen

Überraschend haben Ende der vergangenen Woche die amerikanische und die japanische Notenbank im Einvernehmen miteinander am Devisenmarkt interveniert.

Manager und Märkte

Deutsche Bank: Filetstücke von der Treuhand adidas: Eigner im Abseits ICE: Spitzenreiter bei den Kosten

Eine geborene Königin

Schönheit, Anmut, Würde und viel Verstand – ein Lebensbild der Luise von Preußen

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