Wer in den neuen Bundesländern Immobilien erwerben will, hat normalerweise große Probleme – nicht so die Deutsche Bank. Sie hat dort von der Treuhandanstalt für circa 164 Millionen Mark insgesamt 70 Immobilien gekauft, in denen sie von der Deutschen Kreditbank (DKB) übernommene Geschäftsstellen unterhält. Dabei handelt es sich teilweise um Objekte in besten Lagen, die die Deutsche Bank schon einmal, vor ihrer Auflösung 1945, besaß. Restitutionsansprüche Dritter, die auf einige der Immobilien bestehen, werden später geregelt. Mit anderen Interessenten muß sich Vorstandssprecher Hilmar Kopper bei dem Kauf nicht herumschlagen. Denn kurz vor der Wiedervereinigung hat die Deutsche Bank mit der DKB ein Ankaufsrecht "zum Verkehrswert" für die Immobilien ausgehandelt. Laut eigener Aussage mußte die Treuhandanstalt deswegen auf eine Ausschreibung verzichten. Auf gleicher Basis hat die Treuhandanstalt der Dresdner Bank, die den Rest der ehemaligen DKB-Filialen übernommen hatte, weitere 41 Immobilien verkauft.

Mit einem halben Dutzend Banken führt der Gerling-Konzern nach eigener Aussage gegenwärtig Gespräche über eine Zusammenarbeit. Die Kölner Gerling-Zentrale zieht zwar auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Erwägung, doch näher läge die Kooperation mit dem Branchenprimus, der Deutschen Bank. Denn beim Aufbau der DB-Lebensversicherung hat Gerling mit Know-how geholfen und den größten Teil der Rückversicherung übernommen, an der Firmen-Lebensversicherung des größten deutschen Kreditinstitutes hält Gerling eine Beteiligung von dreißig Prozent. "Diese Zusammenarbeit existiert auch mit Blick auf mehr Breitengeschäft", räumt man in Köln ein.

Gerling, mit Prämieneinnahmen von knapp zehn Milliarden Mark die Nummer drei unter den deutschen Versicherungen, leidet unter der starken Ausrichtung auf die Großindustrie. 85 Prozent der Einnahmen stammen aus diesen Risiken, die höhere Schäden aufweisen als die Privatversicherung. Eine Großbank mit dichtem Filialnetz könnte Gerling den Zugang zur Privatkundschaft und zu kleinen Industrie- und Gewerbebetrieben erleichtern. Die Alternative, eine Kooperation mit einem Branchenkollegen, hatte Gerling vor einigen Jahren mit der Aachener und Münchner Versicherung sondiert.

Für die Deutsche Bank ist Gerling besonders interessant, weil es sich bei den Privatkunden des Versicherers zum größten Teil um begüterte Bundesbürger handelt. Den Banken käme es sicher gelegen, wenn Gerling ihnen einige zehntausend solvente Anleger ins Haus brächte. Unklar ist unter anderem, welche Form eine Zusammenarbeit haben könnte. Bei Gerling heißt es, manche Interessenten dächten an wechselseitige Minderheitsbeteiligungen. Für die Gerling-Holding selbst, die zu hundert Prozent dem Alleinerben Rolf Gerling gehört, kommt es aber nicht in Frage, einem Partner eine Beteiligung einzuräumen.

Der deutsche Hochgeschwindigkeitszug ICE hat in Europa schon eine Spitzenposition errungen. Denn bei keinem der konkurrierenden Systeme in unseren Nachbarländern sind die Investitionskosten für einen Sitzplatz so hoch wie beim ICE. Einem von Adri Baan, dem Vorstandsvorsitzenden von ABB Henschel, vorgelegten Vergleich ist zu entnehmen, daß die Deutsche Bundesbahn unter ihrem Chef Heinz Dürr für jeden der ICE-Sitzplätze 53 000 Dollar zahlt, die Franzosen für ihren TGV dagegen nur 37 000 Dollar.

Wer diesen Unterschied allein darauf zurückführt, daß 250 TGV nur 60 ICE gegenüberstehen, die Franzosen also die Entwicklungskosten auf eine größere Zahl von Zügen verteilen können, der muß sich das Beispiel der Schweiz vorhalten lassen. Von deren IC 2000 gibt es nur 24, die Kosten je Sitzplatz machen dennoch nur 32 000 Dollar aus. Daß die Bundesbahn so teuer baut, hat vielmehr einen völlig anderen Grund. Denn wie Baan in dürren Worten sagte, war "beim Produktkonzept ICE ein niedriger Preis nicht das vorrangige Ziel".

Ein kritisches Wort über seinen Hauptgesellschafter Bernard Tapie ist vom Vorstandsvorsitzenden der adidas AG in Herzogenaurach nicht zu hören. Der Entschluß von René Jäggi, seinen Vertrag bei dem fränkischen Sportartikelhersteller am Ende des Jahres ohne Verlängerung auslaufen zu lassen, läßt aber auf tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten mit dem französischen Eigner schließen, der die Mehrheit des Traditionsunternehmens im Juli 1990 von der Familie des Firmengründers Adolf (Adi) Dassler übernommen hatte.