Die Augen der Elenden, der Süchtigen, der Drogenabhängigen schauen uns an allenthalben in den Bahnhofsvierteln. Doch nicht mehr lange. Es gibt Hoffnung.

Es gibt einen „nationalen Rauschgiftbekämpfungsplan“, und es gibt, als Bestandteil des nationalen Rauschgiftbekämpfungsplans, eine „Kampagne“, die zu unterstützen auch die Medienvertreter herzlich aufgerufen sind. Wir sind dabei.

Das ist ja das Schöne an all dem Elend heute, daß wir wissen, wie man’s anpackt. Wenn die Not am größten, legen wir sie in die Hände der dafür zuständigen Leute und machen eine „Kampagne“. Idee und Durchführung: Büro für Marketingkommunikation GmbH. Rauschgift, wir kommen.

Allen voran unsere Bundesministerin für Gesundheit. In einer beispiellosen Aktion kommunikativer Fürsorge hat Frau Hasselfeldt in diesen Tagen jedem deutschen Teilnehmer, jeder Teilnehmerin an den Winterspielen in Albertville zur winterfesten Ausrüstung ein Päckchen gepackt, Inhalt jeweils: 1 T-Shirt, 1 Sweatshirt, 1 Baseballmütze, 1 Rucksack sowie 1 broschierter Olympiabegleiter mit 1 Grußwort des Bundeskanzlers, alles versehen mit dem gebieterischen Schriftzug „Keine Macht den Drogen“ – das Keine-Machtden-Drogen-Olympia-Set.

Die Gebrauchsanweisung für das Päckchen, ein Erste-Hilfe-Päckchen wider die Drogensucht sozusagen, ist im broschierten Olympiabegleiter mitgeliefert. Auf dem Deckblatt lesen wir: „Man könnte ... man sollte ... man muß etwas tun!“ Dem möchte man sowenig widersprechen wie dem Gruß wort des Bundeskanzlers insgesamt.

Dem Olympia-Set sei Dank, man kann nun etwas tun. Konkret: „Tragen Sie die Botschaft ‚Keine Macht dem Dop...‘ – äh ... ‚Keine Macht den Drogen‘ durch das entsprechende T-Shirt, Sweatshirt und den Rucksack...“

Selbstverständlich so oft wie möglich in die Öffentlichkeit. Doch damit nicht genug. „Wir bitten Sie darum, daß Sie auch Botschafter eines gesunden, vernünftigen, glücklichen Lebens sind. Ihr Vorbild und Ihre Botschaft kann bewirken, daß mancher nicht zur Droge greift. Daß er darauf verzichtet, illegale Suchtmittel zu probieren. Daß er nicht in die schlimme Abhängigkeit gerät.“