Sie sind Deutschlands beliebtester Komiker. Sie ärgern keinen. Sie ecken nicht an. Die Freude, die Sie verbreiten, ist ungetrübt.

LORIOT: Nun, das mag daran liegen, daß man die Liebenswürdigkeit, die ich ausstrahle, versehentlich auf das, was mitgeteilt wird, überträgt.

Stört es Sie, wenn Sie als harmlos eingestuft werden?

LORIOT: Mich stört, wenn etwas nicht stimmt. Deshalb korrigiere ich es gelegentlich. Aber das soll jetzt nicht eitel klingen. Ich möchte nicht abgründig erscheinen, nur weil das Abgründige für bedeutsam gehalten wird. Ich bin Humorist. Die komische Form versöhnt auch mit einem nicht heiteren Inhalt.

In Ihrem letzten Film, „Pappa ante portas“, spielen Sie einen pensionierten Abteilungsleiter, dessen Ordnungssucht sich zum Wahnsinn steigert. Er bestellt massenhaft Senf im voraus, wirft das Bettzeug zum Fenster hinaus und verwandelt die eheliche Wohnung in ein Zeitungsarchiv.

LORIOT: Ja, der Mann ist eigentlich geisteskrank. Da verselbständigt sich ein Ordnungssinn, der keine Grenzen mehr kennt. Der Versuch, das Chaos in den Griff zu bekommen, endet in einem neuen, noch schlimmeren Wahnsinn.

Eine Horrorgeschichte.