DIE ZEIT

Auf kalter Flamme

Die Schneisen sind geschlagen, die Kameras sind justiert, das Feuer ist angeblasen. Für sechzehn tolle Tage, vom 8. bis zum 23.

Abgewendet

Der Streik in der Stahlindustrie findet nicht statt, aber der nächste Arbeitskampf steht schon ins Haus. Bei den Banken laufen in dieser Woche die Urabstimmungen.

Aufgedeckt

Josef Stalin war überzeugt, Hitler habe sich mit einem U-Boot nach Argentinien abgesetzt. Er irrte sich, doch die Richtung stimmte: Deutsche Nazis und Kollaborateure aus ganz Europa reisten in den ersten Nachkriegsjahren zu Tausenden von Italien nach Südamerika, versehen mit einem Ausweis des Internationalen Roten Kreuzes und versehen mit dem Segen hilfreicher Priester, zuweilen auch alliierter Geheimdienste.

Worte der Woche

„Wir rufen nach Zusammenarbeit der ganzen Welt. Denn wenn Rußland untergeht, heißt das, daß es wieder Kalten Krieg gibt, und dieser könnte zu heißem Krieg führen, und es könnte erneut einen Rüstungswettlauf geben.

Zeitspiegel

Noch büffelt der junge Prinz an einer teuren Privatuniversität im amerikanischen Bundesstaat Georgia. Aber muß Irakli Bagration das Studium nicht hinschmeißen, wenn in der fernen Heimat seiner Ahnen urplötzlich die Königskrone funkelt? Der Neunzehnjährige, dessen Eltern im Jetset des spanischen Marbella zu Hause sind, soll dem von blutigen Machtkämpfen gezeichneten Georgien aus der politischen Not helfen.

In der Spirale der Abrüstung

Seit vier Jahrzehnten lebt die Welt im Schatten der gegenseitigen Abschreckung. Die beiden Supermächte legten sich riesige Atomarsenale zu, dachten sich immer überkandideltere Strategien und Einsatzdoktrinen aus, investierten immer höhere Summen in immer komplizierteren Waffensystemen.

Weder Opportunismus noch Opposition

Als Mitte der fünfziger Jahre deutlich wurde, daß die Deutsche Demokratische Republik kein „Wölkchen, das vorübergeht“ sein würde, mußten die Kirchen und Christen auf beiden Seiten über diese Situation nachdenken.

Dienst im Diesseits

Wenn es so etwas gab wie einen Kirchenvater der Protestanten in der DDR, so war dies gewiß Albrecht Schönherr. Bischof Schönherr amtierte von 1969, dem Jahr der Gründung, bis 1981 als Vorsitzender des Bundes der evangelischen Kirchen in der DDR.

Kein Anschluß

Nur wenige Monate vor der UN-Konferenz in Rio, auf der über das Überleben der Welt diskutiert werden soll, beschäftigen sich die deutschen Grünen mit der Frage ihres eigenen Überlebens.

KOLUMNE: Keine Angst vor den Deutschen

Der deutsche Michel, der die Weltkugel auf seiner Schulter balanciert, „bewundert, gefürchtet, beneidet“ – so stellt sich für den Spiegel in dieser Woche das Bild der Deutschen im Ausland dar.

Wolfgang Ebert: Von Hand zu Hand

Der Schwerpunkt des aufwühlenden deutschen Dramas „Vergangenheitsbewältigung, Teil II“ verlagert sich in den Westen, mit dem Ziel, auch bei uns den Handlangern des SED-Unrechtsstaates die Faust des Rechtsstaates zu zeigen.

Kälteschock der Freiheit

Nach der Revolution die Rezession: In der Unabhängigkeit erfahren die Esten ihre Abhängigkeit von Rußland

Weltbühne: Ein deutscher vom Dienst

Die Vorstellung ist zu deutsch, um wahr zu sein: In den Brüsseler Europabehörden begrüßen sich die Beamten mit „Guten Morgen, Herr Kollege!“, und einem germanischen Bückling.

Nachlese: UN-Gipfel in New York: Das große Thema

Die Vereinten Nationen sind zu einem lebendigen Ort geworden. Wie weit die Zeiten des Kalten Krieges zurückliegen, zeigt das Tempo, das der russische Präsident Jelzin bei der Abrüstung vorlegen möchte: Den Amerikanern verschlug es den Atem.

Bonner Bühne: Grenzer an die Wolga

Nicht nur die ehemalige sowjetische Botschaft muß ihre Visitenkarten einstweilen noch handschriftlich korrigieren: Da heißt es nun, nachdem die "UdSSR" diskret unter weißem Tipp-Ex verschwunden ist, Botschaft der "russischen Föderation".

Der Weiße hat immer recht

Mit der grundlegenden Systematik des schwedischen Naturforschers Carl von Linné über die Arten, 1766, gehören die Menschen zu den Naturforschers Seitdem sind die Wissenschaftler nicht müde geworden, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Rassen einzuteilen und hierarchisch zu ordnen.

Die Behörde als Spiegel

„Die aktuellen Meldungen in Verbindung mit der Honorierung Deiner Tätigkeiten passen absolut nicht in das Bild, wonach die Olympia-Botschafter ausschließlich ideellen und ehrenamtlichen Einsatz zeigen.

Olympische Penunse

Um es vorwegzunehmen, 3000 Mark sind eine Menge Geld, da muß ein Bademeister lange das Becken schrubben. Andererseits, Michael Groß ist Albatros, nicht Bademeister.

Sachsen-Anhalt: Trinkwasser gegen Schmieröl

Verschwinden Sie hier bloß“, sagt der Baggerfahrer, der mit seinem Planierschild Schützenlöcher zuschiebt. Mit der Hand in die Richtung deutend, aus der soeben noch Kanonendonner ertönte, erklärt er sich näher: „Das ist militärisches Sperrgebiet.

Nordrhein-Westfalen: Unsere Nofretete

Zu Lebzeiten trat sie „im öffentlichen Leben stark hervor“, heißt es im Lexikon über die Königin. Das trifft heute noch auf sie zu; fast dreieinhalb Jahrtausende nach ihrem Ableben ist sie jüngst wieder in die Schlagzeilen geraten.

Unmündige Autofahrer

Die unendliche Geschichte von den Deutschen und dem Tempolimit geht weiter. Jetzt gilt immerhin als sicher, daß eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Krach auf dem Olymp

Ein Streit erschüttert die Institution, die wie keine andere im Nachkriegsdeutschland wirtschaftliche Stabilität und Erfolg symbolisiert: In der Bundesbank proben die Gegner der Bonner Europapolitik den Aufstand.

Die Verträge von Maastricht

Auf dem Maastrichter EG-Gipfel vereinbarten die zwölf Staats- und Regierungschefs die Verträge über die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWU) und die Politische Union.

Dirk Kurbjuweit:: Jeder dritte ohne Arbeit

Großflugtag: Der zynische Begriff wurde Mitte 1991 geprägt, als zum 30. Juni viele Kündigungsschutzabkommen ausliefen und im Juli 226 000 Ostdeutsche neu auf der Straße standen.

Managertreffen in Davos: Reiz der Blöcke

Das World Economic Forum, jedes Jahr in Davos, ist eine ebenso erfolgreiche wie eigenartige Veranstaltung. Da war 1971 ein Mann mit einer Idee und großer Organisationsgabe: Klaus Schwab, Professor an der Genfer Universität, lud damals Geschäftsleute zu einem Symposium im schweizerischen Wintersportort ein.

Bonner Kulisse

Als Gastgeber des diesjährigen Weltwirtschaftsgipfels muß Bundeskanzler Helmut Kohl bei der Versendung der Einladungen ein Problem lösen, das er selbst – durch eine voreilige Ankündigung auf der Londoner Gipfelkonferenz im vergangenen Jahr – überhaupt erst geschaffen hat.

Ost-Kontakte: Andere Elle

Mit Vorverurteilungen sind wir derzeit schnell bei der Hand, ob es um Manfred Stolpe geht oder Gregor Gysi, um Josef Duchac oder Bernt Engelmann.

Die gerade Linke

Kiels SPD-Finanzministerin Heide Simonis dominiert die öffentlichen Arbeitgeber

Sonderschicht am Sonntag

Heinz Kriwet, der Vorstandsvorsitzende von Thyssen, ist ein höflicher Mensch. Es gehört deshalb nicht zu seinen Gepflogenheiten, andere am Sonntagmorgen zu stören.

Ostsee-Autobahn: Hoch-Rechnung an der Küste

Der Reporter kam sich vor „wie auf einem Nebenarm des Amazonas“. Stammestief stand der Erlenbruchwald im Wasser, Eisvögel schwirrten durch die Luft, Brandenten ließen sich neben reglosen Graureihern auf dem Brackwasser nieder.

Müller sahnt ab

Es gibt in Deutschland kaum einen Supermarkt, in dem keine Produkte von Müller-Milch in den Kühlregalen stehen. Die schwäbische Großmolkerei hat 1990 mit ihren Erzeugnissen 508 Millionen Mark Umsatz erzielt.

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